Italien sinkt in der Gunst von Anlegern. Nachdem Krisenherde in Portugal und Spanien aus dem Weg geräumt wurden, wuchsen die Sorgen vor den politischen und wirtschaftlichen Risiken in dem hochverschuldeten Land. Anleger trennten sich von italienischen Anleihen, im Gegenzug zogen die Renditen der Papiere deutlich an. Die zehnjährigen Staatsanleihen rentierten mit 1,73 Prozent so hoch wie seit neun Monaten nicht mehr.

«Seit Portugal den Rating-Test von DBRS bestanden hat und Spanien nun eine Minderheitsregierung hat, liegt das Risiko in Italien», sagte DZ-Bank-Anleihespezialist Daniel Lenz. Zudem steige die Nervosität der Anleger vor dem Referendum über eine Verfassungsreform am 4. Dezember. Von dieser erhofft sich Ministerpräsident Matteo Renzi mehr politische Stabilität. Umfragen zufolge könnten seine Pläne aber durchfallen. Unklar ist auch, ob die Rettung der Krisenbank Monte dei Paschi di Siena gelingt.

Rating von Portugal bestätigt

Die Ratingagentur DBRS bestätigte vor gut einer Woche das Rating von Portugal, was dem hoch verschuldeten Land den Verbleib im EZB-Anleihekaufprogramm sicherte. In Spanien steht nach zwei Wahlen und monatelangem Streit die Regierung. Ministerpräsident Mariano Rajoy gewann am Wochenende eine Vertrauensabstimmung im Parlament.

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(sda/mbü/chb)