Italiens Regierung erwägt nach den Worten von Vize-Ministerpräsident Luigi Di Maio eine Erhöhung des Haushaltsdefizits, um einen glaubwürdigen Wachstumsplan zu finanzieren. Ihm sei klar, was dies bedeute und was dadurch an den Märkten geschehen könne, sagte der Politiker der populistischen 5-Sterne-Bewegung am Donnerstag in einem Rundfunkinterview.

Der Regierung gehe es vorrangig darum, das Leben der Italiener zu verbessern und nicht darum, die Finanzmärkte zu beruhigen.

Verschuldung von 130 Prozent

EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici hatte zuvor die Regierung in Rom zu einer verlässlichen Haushaltspolitik und einer Reduzierung des Defizits aufgerufen. Italien habe eine sehr hohe Verschuldung von rund 130 Prozent der Wirtschaftsleistung, sagte Moscovici in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Reuters.

«Um diese Schulden zu reduzieren, brauchen Sie eine verlässliche Fiskalpolitik.» Das bedeute, dass das nominale Defizit unter Kontrolle gehalten und das strukturelle Defizit reduziert werden müsse.

(reuters/gku)