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Japan: Eingriff am Devisenmarkt in Sicht

Der starke Yen macht Japans Wirtschaft zu schaffen. (Bild: Keystone)

Der Yen hatte sich in der Nacht nahe Rekordständen zum Dollar bewegt. Nun denkt Japans Finanzminister laut über einen Eingriff am Devisenmarkt nach.

Veröffentlicht am 02.08.2011

Japan bereitet die Finanzmärkte auf eine Intervention am Devisenmarkt vorbereitet, um den jüngsten Yen-Anstieg zum Dollar zu bremsen. Die japanische Währung hatte sich über Nacht nahe Rekordständen bewegt.

Der Yen werde zu hoch bewertet, sagte Finanzminister Yoshihiko Noda. «Ich würde heute gerne die Bedingungen am Devisenmarkt besonders genau beobachten», sagte Noda im Parlament.

Die Dringlichkeit unterstrichen zudem Informationen aus Kreisen, wonach die Zentralbank ihre Geldpolitik bei der regulären Sitzung Ende der Woche lockern werde für den Fall, dass die Regierung am Devisenmarkt interveniere.

Entscheidung noch nicht gefallen

Der Dollar sank zum Yen zeitweise bis auf 76.29 Yen. Am Vormittag notierte er bei 77.35 Yen. Aus Regierungskreisen in Tokio verlautete aber auch, die Entscheidung für eine Intervention sei noch nicht gefallen. An den Märkten dagegen wurde fest damit gerechnet.

Allerdings gibt es noch keine handfesten Belege dafür, dass der vergleichsweise starke Yen der drittgrössten Volkswirtschaft der Welt jüngst geschadet hat - auch wenn die Politik so argumentiert.

«Japan könnte jederzeit am Devisenmarkt eingreifen», sagte Analyst Masamichi Adachi von JPMorgan Securities Japan. Er sieht dahinter auch politisches Kalkül. «Weil Finanzminister Noda der prominente Kandidat für den nächsten Regierungschef ist, kann er es sich nicht leisten, nichts zu tun oder nichts von der Bank von Japan zu verlangen.»

Rezession wegen Erdbebenkatastrophe

Viele Experten sehen die Yen-Stärke vor allem in der Dollar-Schwäche angesichts der andauernden US-Schuldenkrise begründet.

Nichtsdestotrotz fürchtet die exportorientierte Nation Einbussen durch die Stärke ihrer Währung. So machte sich der Yen-Anstieg beim weltgrössten Autokonzern Toyota in der Bilanz bemerkbar. Die Japaner wiesen erstmals seit zwei Jahren einen Quartalsverlust aus.

Beben und Tsunami hatten das Land in die zweite Rezession binnen drei Jahren rutschen lassen. Der fast fünfprozentige Yen-Anstieg im vergangenen Monat in Folge der US-Schuldenkrise hat die Hoffnung auf eine Erholung der Konjunktur auch mit Hilfe einer regen Nachfrage aus dem Ausland gedämpft.

(laf/sda)

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