Japanische Investoren suchen einen sicheren Hafen für ihr Vermögen. Sie fürchten die Folgen der japanischen Negativzinsen und haben Angst vor einem schwächelndem Yen. Darum kaufen Geldanleger aus dem asiatischen Staat gerne Gold und lagern es in der Schweiz ein, berichtet der Investdienst Bullion Vault, der selbst mit Gold und anderen Edelmetallen handelt.

Die Anzahl der Goldkäufer ist in der ersten Jahreshälfte um 62 Prozent gewachsen, sagt Atsuko Sato Whitehouse, Japanchefin von Bullion Vault gegenüber Bloomberg. Weitere Details – zum Beispiel, von welchem Niveau dieses Plus gestartet ist – nannte sie nicht. «Viele unserer japanischen Kunden denken, es sei zu riskant, Goldbarren in der Heimat zu halten. Sie wollen sie in der Schweiz lagern, weil sie besorgt um Japans Zukunft sind.»

Silber und Gold legen stark zu

Die japanische Notenbank fährt seit geraumer Zeit den Kurs einer extrem lockeren Geldpolitik, um die Wirtschaft anzukurbeln. Bisher zeigt der Yen allerdings keine Schwäche, sondern hat angesichts der Unsicherheiten in Folge des Brexit-Votums zu einem erneuten Rekordlauf angesetzt. Er wird von vielen Investoren trotz der Schwäche der japanischen Wirtschaft und der hohen Staatsverschuldung als Fluchtwährung gewertet.

Nach einer langen Phase der Schwäche hat Gold in diesem Jahr wieder an Attraktivität gewonnen. Der Preis ist um gut 30 Prozent gestiegen. Der Silberpreis hat sogar noch stärker zugelegt. Erstmals seit zwei Jahren kostete das Edelmetall in der Woche nach dem Brexit-Votum über 20 Dollar pro Feinunze.

Gold in Yen günstiger

Das Interessante für japanische Anleger: Da der Yen als Fluchtwährung gilt und darum zugelegt hat, hat Gold in dieser Währung trotz der starken Steigerung in US-Dollar an Wert verloren. Über das vergangene Jahr gerechnet ist Gold in Yen 2,5 Prozent günstiger geworden.

Gold ist dementsprechend bei japanischen Anlegern beliebt, die sich Sorgen um die wirtschaftliche Zukunft des Landes machen. Nach Angaben von Bullion greifen derzeit sowohl erfahrene Anleger als auch junge Erstinvestoren zu. Dabei suchen sie den sicheren Hafen und lagern angesichts von politischen Risiken und Ungewissheiten ihr Gold in der Schweiz.

(me, mit Material von bloomberg)
 

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