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Jersey lockert die Regeln für neue Finanzakteure

Statt stärkerer Kontrolle bietet die Kanalinsel Jersey denFinanzvehikeln die totale Freiheit.

Von Alistair MacDonald
am 10.10.2007

HEDGE-FONDS . Weltweit bemühen sich Regulatoren und Politiker um mehr Kontrolle und grössere Transparenz bei Hedge-Fonds. Die kleine englische Kanalinsel Jersey – dank der niedrigen Steuern und geringer Regulierung ein Paradies für Fonds – hält wenig von dieser Strategie: Sie lockert ihre Regeln sogar noch. Jerseys Financial Services Commission streicht ab Januar 2008 sämtliche Vorgaben für Fonds, in die Anleger mindestens 1 Mio Dollar investiert haben. Auf Jersey, wo Hedge-Fonds mit mehr als 82 Mrd Dollar verwaltetem Vermögen ihren Sitz haben, darunter die Ermitage Group (2,8 Mrd) und Altfis Partner (640 Mio), kann in Zukunft ohne Registrierungspflicht, Überprüfung und Publikationspflichten ein Hedge-Fonds eröffnet werden.

Die Entscheidung beruhe auf «Nachfrage durch Hedge-Fonds und andere alternative Anlageformen, die ein unreguliertes Produkt wollten», sagt Robert Kirkby, technischer Direktor bei Jersey Finance. Dieser Schritt könnte die Rivalität zwischen Inseln wie Jersey, Guernsey oder den Cayman-Inseln weiter anheizen, die alle um die Gunst der Hedge-Fonds und anderer Asset Manager buhlen, da durch sie viele Jobs im Finanz- und juristischen Sektor entstehen. Was viele Anleger übersehen: Die Fonds und ihre Direktoren können über die Bewertung der Vermögenswerte, den Schutz vor Betrug und in Personalfragen unkontrolliert allein entscheiden – auch wenn die Fondsmanager oft in den USA oder Grossbritannien ansässig sind und deren Regulierung unterliegen.

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