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Rekord
Jordan treibt Schweizer Börse auf Höchststand

Schweizer Börse: Der SMI notierte kurzzeitig uaf einem Jahreshoch. Keystone

Der SMI ist auf 9339 Punkte gestiegen – ein Jahreshoch. SNB-Chef Thomas Jordan und Fed-Chefin Janet Yellen geben der Schweizer Börse mächtig Rückenwind.

Veröffentlicht am 19.03.2015

Die Schweizer Börse hat mit der Unterstützung durch gute Vorgaben aus den USA auf breiter Front zugelegt. Der Leitindex, der vorübergehend bis auf ein Jahreshoch von 9339 Zählern stieg, notierte zu Mittag um 0,4 Prozent höher bei 9292 Punkten.

Die US-Notenbank Fed hatte am Mittwochabend angekündigt, bei der Straffung der Geldpolitik in den USA behutsam vorzugehen. «Das bedeutet aber nicht, dass es zwingend zu einer Anhebung im Juni kommt. Wir können das jedoch nicht ausschliessen», sagte Notenbank-Chefin Janet Yellen.

Viele Experten rechnen damit, dass die Fed im Sommer die Zinsen anheben und bald eine weitere Erhöhung folgen lassen wird. Die Wall Street reagierte mit einem kräftigen Kursanstieg. Gebremst wurde die Euphorie der Marktteilnehmer von der Angst vor einem Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone.

SNB hält an bisheriger Geldpolitik fest

Die Schweizerische Nationalbank hält am eingeschlagenen geldpolitischen Kurs fest. Die Währungshüter lassen das Zielband für den Referenzzins Dreimonats-Libor bei minus 1,25 bis minus 0,25 Prozent und die Giroguthaben der Banken bei der SNB werden weiterhin mit 0,75 Prozent belastet. Die Franken-Aufwertung nach der Abkehr vom Euro-Mindestkurs wird die Schweiz nach Einschätzung der Notenbanker um Präsident Thomas Jordan Wachstum kosten. Auch die Schweizer Regierung senkte ihre Wachstumsprognose.

Die Standardwerte an der Schweizer Börse legten überwiegend zu. Starke Anstiege verzeichneten die Aktien von zyklischen Firmen wie ABB und den Uhrenherstellern Richemont und Swatch. Die Schweizer Uhrenexporte sanken im Februar real um 1,5 Prozent und damit weniger stark als befürchtet, sagten Händler. Anleger hoffen auch auf positive Impulse von der weltgrössten Uhren- und Schmuckmesse Baselworld, die am Donnerstag in Basel ihre Türen öffnet.

Holcim im Plus

Holcim stiegen um 0,7 Prozent. Die Marktteilnehmer setzen darauf, dass der Zusammenschluss mit Rivale Lafarge zustande kommt. Insidern zufolge verhandelten Holcim und die französische Lafarge fieberhaft über die Besetzung des Chefpostens im fusionierten Konzern. Holcim sperrt sich dagegen, dass der langjährige starke Mann bei Lafarge, Bruno Lafont, in Zukunft die Geschicke des Zementkonzerns bestimmt.

Gefragt waren Bankwerte. «Die Marktteilnehmer suchen Papiere, die sich kursmässig schlechter als andere entwickelt haben», sagte ein Händler. «Und dazu gehören vor allem die Banken.» Credit Suisse stiegen um 0,6 Prozent und UBS rückten 0,8 Prozent vor. Die Anteile von Versicherungen zogen leicht an.

U-Blox geht durch die Decke

Am breiten Markt schnellten die Aktien von U-Blox 9,6 Prozent hoch. Dank guter Nachfrage in Amerika und in der Region Asien-Pazifik steigerte der Hersteller von GPS-Chips den Gewinn im letzten Jahr um 40 Prozent auf 34,4 Millionen Franken. Die Aktionäre sollen 1,60 Franken je Aktie erhalten. Dieses Jahr will die Firma bei Umsatz und Ertrag erneut kräftig zulegen.

(reuters/ise/tno)

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