Doch jetzt meldet sich ein deutscher Bär-Kunde, welcher der Steuerhinterziehung überführt wurde: Eine Bankmitarbeiterin habe ihm gesagt, die Bank müsse davon ausgehen, dass Daten entwendet wurden.  

Offiziell will die Bank Julius Bär nicht kommunizieren, ob sie von einem Datendiebstahl ausgeht. Sprecher Jan Vonder Mühll verweist jedoch auf Aussagen deutscher Behörden, die bekannt gegeben haben, eine CD mit Daten von Julius-Bär-Kunden gekauft zu haben und diese nun zu verwenden. «Die Bank hat aber keine solche CD gesehen oder erhalten, geht jedoch sämtlichen Hinweisen nach», so Vonder Mühll.

Die Steuerfahnder des Finanzamtes Münster überführten den früheren Julius-Bär-Kunden, weil sie im Besitz sehr detaillierter Kundendaten waren. Aus Sicht des deutschen Unternehmers (Name der Redaktion bekannt) können die detaillierten Informationen über sein Konto bei der Privatbank Julius Bär nur von einem Bankinsider stammen. Die Staatsanwaltschaft Münster bestätigt ihrerseits, dass ein Informant dem Finanzamt für Steuerstrafsachen und Steuerfahndung Münster im Januar 2010 Daten von Kunden der Bank Julius Bär angeboten hat. Daraufhin habe das Land Nordrhein-Westfalen im Sommer eine CD mit 202 Datensätzen gekauft, sagt Oberstaatsanwalt Wolfgang Schweer.

Anzeige