Die Folgen der Rezession lassen sich auch mit Schlüsseln nicht ausschliessen: So litten die Hersteller von Sicherheitstechnik in den letzten Quartalen ebenfalls unter dem Abschwung. Die Nachfrage nach elektronischen Zutrittssystemen und Schlössern den wichtigen Pfeilern des Schweizer Sicherheitsexperten Kaba liess zu wünschen übrig. Die Lage scheint sich nun aufzuhellen, auch deshalb hat der Valor seit Jahresbeginn um über 20% zugelegt.

Gute Zahlen zu erwarten

Am 15. September stellt der Rümlanger Industriekonzern sein Jahresergebnis vor. Die Analysten der Bank Vontobel erwarten nach dem durchzogenen 1. Semester im 2. Halbjahr ein Nettoergebnis von 43,8 Mio Fr. - das würde ein Plus von 50% bedeuten. Im 1. Halbjahr ging der Umsatz noch um 47 Mio Fr. zurück, doch Kaba liess bereits durchblicken, dass das Unternehmen den Umsatzschwund auffangen konnte. Für das 2. Semester erwarten die Vontobel-Experten daher wieder einen Umsatz von über 550 Mio Fr. Kaba könnte für das nächste Geschäftsjahr einen positiven Ausblick abgeben. Entsprechend werden von den Analysten die «Kaufen»-Empfehlung und das Kursziel von 370 Fr. bestätigt. Die Bewertung und die Aussichten seien ansprechend, die Gewinnwachstumsraten und die Rendite von knapp 10% attraktiv. Zum positiven Eindruck tragen auch die jüngsten Marktprognosen zum Absatz von elektronischen Sicherheitssystemen und Sicherheitsprodukten bei. Die Marktexperten von Freedonia lassen in den USA bis 2014 ein jährliches Wachstum von über 9% erwarten. Gerade dort musste Kaba im letzten Jahr einen deutlichen Absatzrückgang hinnehmen. Nun scheint sich die Nachfrage nach Schliess- und Identifikationssystemen, Zutrittskontrollanlagen und Lösungen für die Betriebsdatenerfassung stärker zu erholen. Doch nicht nur dort legt der Markt zu. In einer vorhergehenden Studie stellen die Analysten von Freedonia fest, dass die globale Industrie bereits rund 62 Mrd Dollar ausmacht und weltweit jährlich immerhin rund 8% zulegen soll. Denn Kaba erzielt zwar rund 27% der Umsätze in Nord- und Südamerika, aber auch immer noch 63% in Europa, dem Nahen Osten und Afrika. Bald soll auch Asien mehr zum Geschäft beitragen, wo das Unternehmen bislang erst rund 10% der Einnahmen generieren konnte.

Konkurrenten setzen Zeichen

Den positiven Eindruck runden zufriedenstellende Resultate einiger Kaba-Konkurrenten ab. Das US-Unternehmen Ingersoll Rand und der schwedische Industriekonzern Assa Abloy gaben jüngst einen zuversichtlichen Ausblick ab. Dadurch konnte die Aktie von Assa Abloy deutlich zulegen. Vom positiven Trend könnte auch ein zweites «Schweizer» Unternehmen profitieren. Denn der Steuersitz von Tyco International liegt seit 2009 in Schaffhausen, der operative Hauptsitz des Industriekonglomerats hingegen in Princeton, New Jersey. Der Konzern mit 100 000 Mitarbeitenden hat zuletzt einige Akquisitionen im Sicherheitsbereich getätigt und die Marktbereinigung in der Branche weiter angetrieben. Ähnlich wie der Erdölplattformbetreiber Transocean könnte das Unternehmen dereinst ein Listing an der Schweizer Börse SIX ins Auge fassen. Derzeit wäre das für Anleger durchaus ein Gewinn, denn zwei Drittel der Analysten empfehlen die jüngst in den S&P 500 aufgenommene Aktie zum Kauf. Die UBS hat das Kursziel bei 44 Dollar festgesetzt (aktueller Kurs: 40 Dollar). Noch beliebter ist derzeit der Kaba-Konkurrent Ingersoll Rand. Die Aktie wird gar von 69% der Experten zum Kauf empfohlen, 31% raten den Titel zu «Halten». Weniger Potenzial scheint im schwedischen Kaba-Konkurrenten Assa Abloy zu stecken. Die Aktie wird von den Analysten momentan mehrheitlich mit «Halten» bewertet.

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