Die kanadischen Düngemittelkonzerne Agrium und Potash verhandeln nach eigenen Angaben über eine Fusion. Die beiden Konzerne teilten am Dienstag mit, die Gespräche über einen Zusammenschluss unter Gleichen befänden sich aber noch in einem frühen Stadium. Potash und Agrium gehören als Anbieter von landwirtschaftlichen Produkten wie Saatgut und Dünger vor allem in Nordamerika bereits zu den ganz Grossen der Branche und haben einen gemeinsamen Marktwert von über 25 Milliarden US-Dollar. Die Düngemittelbranche hat mit Preisdruck vor allem bei Kali (englisch: «potash») zu kämpfen.

Potash und Agrium betonten in getrennten Mitteilungen, es gebe noch keine Vereinbarung. Die Nachrichtenagentur Bloomberg, hatte jedoch zuvor unter Berufung auf Insider berichtet, eine Fusion könne kommende Woche bekanntgeben werden. Finanzielle Details wurden zunächst nicht bekannt.

Geschäfte bei Potash laufen nicht rund

Die Geschäfte bei der Potash Corp of Saskatchewan laufen derzeit nicht rund: Ende Juli kappte das Unternehmen mit Sitz im zentralkanadischen Saskatoon erneut seine Gewinnprognose für 2016. Der Düngemittelmarkt ächzt unter einem Überangebot sowie schwacher Nachfrage, die zum Teil auf den Währungsverfall in Importländern wie Brasilien zurückgeht.

Agrium aus Calgary, das nach Marktwert ungefähr so gross ist wie Potash, hat die Krise in der Dünger-Produktion dank seines grösseren Einzelhandelgeschäfts besser überstanden. Durch die Agrium-Filialen bekäme Potash bei einem Zusammenschluss direkten Zugang zu US-amerikanischen Landwirten.

Offerte für K+A zurückgezogen

Mit den Agrium-Gesprächen nimmt Potash einen neuen Anlauf zu einem Zusammenschluss, nachdem der Konzern Anfang Oktober 2015 im Übernahmepoker um den deutschen K+S-Konzern das Handtuch geworfen hatte. Nach heftigem Widerstand der Deutschen hatten die Kanadier ihre informelle Offerte damals zurückgezogen. Fünf Jahre zuvor hatte die Regierung in Ottawa eine Übernahme von Potash durch den britisch-australischen Bergbaukonzern BHP Billiton blockiert.

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(sda/gku)