Letzte Woche nahm der Rückversicherer Swiss Re in zwei Tranchen 1,6 Mrd Euro auf. Die neuen Bonds sind mit Coupons von 6 bzw. 7% ausgestattet, womit Swiss Re zwischen 390 und 430 Basispunkte mehr als vergleichbare Bundesobligationen bezahlt. Zudem wurde spekuliert, dass Swiss Re Aktien am Markt platziert habe. Der Titel fiel umgehend um 11%. Die Gerüchte wurden von Swiss Re nicht kommentiert.

Laut Michael Huttner, Analyst bei JP Morgan, hatte Swiss Re Anfang April 7,7% der eigenen Aktien in ihren Beständen. «Solche Aktienbestände sind deshalb attraktiv, weil man sie einfach und rasch wieder verkaufen kann», so Huttner. Hinzu kommt, dass sich Swiss Re bei der GV das Recht zur Emission von bis zu 180 Mio Aktien geholt hat.

Wozu braucht Swiss Re das Geld?

Analysten stellen sich nun die Frage, wozu Swiss Re das Geld benötigt. James Quin, Analyst bei Citigroup, geht davon aus, dass es Swiss Re damit gelingt, die 3 Mrd Fr. Hybridanleihe von Warren Buffett’s Berkshire Hathaway bis 2011 zurückzuzahlen. «Trotz der weiteren Aufräumarbeiten sollte es Swiss Re sogar schaffen, bis Ende 2010 7 Mrd Fr. Kapital aufzubauen.» Laut Quin würden dadurch eine Wandlung in Aktien und eine Kapitalverwässerung vermieden. Quin rät, die Aktie zu «kaufen».

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Skeptischer ist man bei Kepler und der Credit Suisse. Kepler-Analyst Fabrizio Croce empfindet Unbehagen über die bescheidene operative Leistung im April. Weil Rückversicherer mit anderen Risiken leben müssen als Erstversicherungen, sei ein Solvabilitätswert von 164% der Swiss Re nicht mit jener der Erstversicherer vergleichbar. Vielmehr zeige sich, im Vergleich zur Münchener Rück mit 258%, eine Lücke. Um dahin zu gelangen, seien 6 Mrd Euro vonnöten. «Etwa so viel müsste Swiss Re an Kapital aufnehmen», folgert Croce. Vielleicht ist es noch mehr. Die Analysten der Credit Suisse weisen auf 15 Mrd Fr. an nur über Modellannahmen bewertbare «Level-3»-Anlagen hin: «Hier haben wir Zweifel an der Realisierbarkeit.» Eine Rückzahlung an Berkshire Hathaway sei zwar prinzipiell möglich, aber laut den Analysten der Credit Suisse ausserordentlich schwierig zu erreichen.