Während der letzten Tage war selbst der Goldstandard wenig wert: Die Preise für das gelbe Metall schwankten zwischen 980 und 925 Dollar. Im gleichen Ausmass reduzierten sich die Preise aller Preis-Tracker wie GOLDK, XAUOE, VZOGO oder PMTAA und die von Gold-ETF. Und noch stärker fielen die Calls mit Ausübungspreis bei der magischen Grenze von 1000 Dollar.

ETF sind die neuen Grosskunden

Anders sind die Verhältnisse bei Platin. Im Gegensatz zum Gold stieg der Platinpreis in den ersten sechs Monaten um 36%, bevor die Preise auf hohem Niveau konsolidierten. Die Analysten der Citigroup erwarten für dieses Jahr Durchschnittspreise von 2019 Dollar pro Unze. Hauptabnehmer ist laut einer Studie von Johnson Matthey, der grössten Platin-Raffinerie, mit 60% die Autoindustrie.

Hier stieg der Verbrauch für die Herstellung von Abgas-Katalysatoren 2007 um knapp 10%. Und trotz boomender Preise wuchs die Gesamtnachfrage um 9% beim Gold waren die Käufe der schmuckverarbeitenden Industrie in Indien mit Preisen gegen 1000 Dollar dagegen praktisch versiegt.

Inzwischen haben die Platinproduzenten Mühe, die steigende Nachfrage zu befriedigen, zumal sie laut den Analysten der Credit Suisse mit einer rapide steigenden Produktionskosteninflation kämpfen. Die Förderkosten stiegen in den letzten beiden Jahren um 18 bzw. 25%. Der Produktionsüberschuss soll sich daher laut den Analysten der Edelmetall-Researchboutique CPM Group im laufenden Jahr um 90% auf noch 32000 Unzen verringern. Hinzu kommt die Nachfrage von Edelmetall-Exchange-Traded-Funds (ETF). Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) und die Londoner Firma ETF Securities haben für ihre ETF zusammen 450000 Unzen Platin und 580000 Unzen Palladium gekauft und damit 7% der Weltjahresproduktion absorbiert. Und mit der UBS, Barclays und AIG haben bereits weitere Banken Preis-Tracker-Produkte, die teilweise mit physischem Platin unterlegt sind, auf den Markt gebracht oder angekündigt.

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Nicht alle Minen freuen sich über die neuen Käufer. So hatte es der grösste Produzent, die Anglo Platinum Group, im letzten Jahr vorgezogen, kein Metall an ETF zu verkaufen, um den bereits engen Markt nicht weiter auszutrocknen und Abnehmer dazu zu veranlassen, auf günstigere Alternativen auszuweichen.

Meldungen aus der Autobranche, wonach es Hersteller geschafft haben sollen, Katalysatoren ohne oder mit deutlich weniger Platin zu produzieren, sorgen deshalb regelmässig für Nervosität. Die japanische Firma Mitsui Mining hatte im April verlauten lassen, dass ihr neuer Katalysator für Dieselmotoren mit Silber statt mit Platin funktioniert.

Dutzende Warrants

Trotzdem liefern sich die Derivate-Emittenten ein Rennen auf das begehrte Edelmetall. Tracker-Produkte wie VZOPL, PMTAC, PLTOE oder PLATI zeichnen einfach den Kurs des Metalls nach. Für defensive Anleger ist das Bonuszertifikat VZDPL geeignet, wer auf Nummer sicher geht, findet mit VUPLA und VUPLU zwei Kapitalschutzprodukte.

Anleger mit höherer Risikobereitschaft haben die Wahl zwischen zwei Dutzend konventionellen Warrants und 17 Mini-Futures. Calls haben Ausübungspreise bis 2400 (PLATZ) bzw. 2300 Punkten (PLATU). Defensiver sind Calls wie XPTVF oder XPTZB, die Ausübungspreise von 1550 Dollar, gut 170 Dollar unter den aktuellen Notierungen, haben.

Die meisten Mini-Futures gibt es in der Long-Version, mit der auf steigende Kurse gesetzt wird. Mit MXPTZ ist auch ein Short-Produkt dabei, bei dem Anleger Geld verdienen, wenn der Platinpreis zurückgeht.