Nicht nur die Aktien der europäischen Telecom-Ausrüster Ericsson und Alcatel-Lucent sind in den letzten Monaten unter Druck gekommen, auch ihre US-Konkurrenten haben deutlich an Wert verloren. An der Morgan-Stanley Technology-Konferenz Anfang März in Dana in Florida bestätigte Cisco-CEO John Chambers lediglich den Ausblick und beschränkte seine Präsentation auf die Wachstumsbereiche und das immer wichtiger werdende Geschäft mit Telecom-Netzbetreibern.

Cisco wird zum Kauf empfohlen

Für die Cisco-Aktie sehen viele Analysten nach der 50%-Korrektur seit letztem Herbst Potenzial. Die Bewertung zum 15-Fachen des zu erwartenden Gewinns liegt im Durchschnitt aller S&P-Firmen. Die Analysten der Citigroup weisen zudem darauf hin, dass der jetzige Abschwung nicht wie jener im Jahr 2001 von Überkapazitäten der IT-Industrie oder einem Sparkurs bei wichtigen Firmenkunden, sondern von Konsumenten ausgeht, die ihre Gürtel enger schnallen. Zudem ist die Wahrnehmung eine andere – viele Firmenchefs sehen IT heute nicht (mehr nur) als Kostenfaktor, sondern als Wettbewerbsvorteil an. Schliesslich hat sich Cisco auch intern fit getrimmt und seit 2001 das Lager mit Produkten für durchschnittlich 100 Tage auf 41 Tage gedrückt – und dieses wird 9 Mal pro Quartal umgeschlagen. Cisco wird deshalb von etlichen Analysten mit Kurszielen zwischen 28 und 30 Dollar zum Kauf empfohlen.

Bei Motorola verfolgten Analysten die erste Präsentation des neuen CEO Greg Brown besonders aufmerksam. Er stellte seine Turnaround-Strategie vor. Neben den Problemen in der Handy-Sparte – Analysten erwarten ein Abrutschen auf 9% und damit auf den vierten Platz in der Marktanteilsstatistik – floriert das Firmengeschäft. Die Analysten von Cowen haben Handy-Wiederverkäufer in den USA befragt. Sie berichten trotz Sparkurs bei Konsumenten von einer gehaltenen Nachfrage, aber auch von Wechselkunden, die von Sprint und T-Mobile zu AT&T und Verizon abwandern. Bei AT&T und Verizon ist Motorola bescheiden vertreten. Die Motorola-Aktie ist allenfalls als Turnaround-Wette empfehlenswert, insbesondere aufgrund der Pläne, das Unternehmen zu zerlegen. Dann wäre auch die Bewertung der Aktie – gegenwärtig auf der Basis der Gewinnerwartung für 2009 mit einem KGV von 16 – hinfällig.

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Spekulative Depotbeimischung

Broadcom ist hierzulande nur Spezialisten bekannt. Dabei würde kaum ein Handy ohne die Chips und die Technologie funktionieren. Das Unternehmen hält zahlreiche Schlüsselpatente bei Mobilkommunikation und konnte Nokia und Samsung als Chipkunden für neue Handy-Generationen gewinnen. Trotz eines Kurseinbruchs von 50% in den letzten Monaten ist die Aktie aber immer noch mit dem 40-Fachen des aktuellen Gewinns bewertet. Wenn sich die zu erwartende rasche Gewinnentwicklung aber materialisiert, ist die Aktie auf lange Sicht als spekulative Depotbeimischung durchaus geeignet.