Der reformfreudige neue Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam muss sich am Donnerstag erstmals den streitlustigen Kleinaktionären stellen. An einer ausserordentlichen Generalversammlung in Bern befinden diese über zwei Kapitalerhöhungen. Die beiden Geldspritzen sollen insgesamt über 6 Milliarden Franken in die Kasse der Grossbank spülen.

Mit dem Geld will die Credit Suisse zum einen das Kapitalpolster stärken. Zum anderen soll damit der Konzernumbau finanziert werden. Stimmrechtsberater wie Ethos, ISS oder zRating empfehlen den Aktionären beiden Kapitalspritzen zu zustimmen.

Unbeliebte Verwässerungseffekte

Bei der ersten Kapitalerhöhung werden 58 Millionen neue Namenaktien zu 22,75 Franken pro Aktie an ausgewählte Investoren verkauft. Dadurch will sich die Grossbank 1,32 Milliarden Franken holen. Dabei wird den bisherigen Aktionären kein Bezugsrecht eingeräumt. Wegen des Verwässerungseffekts sind solche Kapitalerhöhungen ohne Bezugsrechte bei den Aktionären unbeliebt.

Die zweite Kapitalerhöhung dürfte weniger umstritten sein: Sie soll bis zu 4,7 Milliarden Franken einbringen und erfolgt mit einem Bezugsrecht für die bisherigen Aktionäre. Pro Aktie, welche ein Aktionär am Freitag nach Börsenschluss hält, gibt es ein Bezugsrecht. 13 Bezugsrechte berechtigen zum Kauf von zwei neuen Namenaktien.

(awp/ise)