Die Schweizerische Übernahmekommission (Uek) befreit die Renova-Tochtergesellschaft Tiwel von einer allfälligen Angebotspflicht an die Sulzer-Aktionäre. Über Tiwel wurde bereits ein öffentliches Kaufangebot an die Sulzer-Aktionäre gemacht, für das derzeit die Nachfrist läuft. Dieses erfolgte zum Minimalpreis, nachdem Viktor Vekselberg über seine Tochtergesellschaften, darunter Tiwel, den Grenzwert von einem Drittel der Sulzer-Aktien überschritten hatte. Eine Übernahme der Mehrheit von Sulzer oder eine Dekotierung der Aktie sind nicht geplant.

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Tiwel hat nun bei der Uek eine Befreiung von einer weiteren Angebotspflicht verlangt - für den Fall, dass Tiwel durch interne Verschiebungen von Aktien allein den Grenzwert von einem Drittel überschreiten würde, wie die Uek mitteilt. Dies könnte der Fall sein, wenn Tiwel zur Sicherung der Finanzierung des laufenden Übernahmeangebots von Liwet, einer Schwestergesellschaft ebenfalls aus dem Besitz von Vekselberg, weitere Sulzer-Aktien kaufen müsste.

Öffentliches Kaufangebot ergänzt

Die Uek hält fest, dass Tiwel in diesem Fall grundsätzlich angebotspflichtig würde. Da es sich bei der möglichen Überschreitung des Grenzwerts durch Tiwel aber um eine solche innerhalb einer Gruppe handle, die für die Minderheitsaktionäre keinen Kontrollwechsel bewirke, sei Tiwel die Ausnahme von der Angebotspflicht zu gewähren.

Im laufenden öffentlichen Pflichtangebot wurden Tiwel trotz Minimalpreis gemäss dem definitiven Zwischenergebnis bis zum Ablauf der Angebotsfrist 8,89 Prozent aller Sulzer-Aktien angedient. Dadurch kletterte die Beteiligung Vekselbergs an Sulzer von zuvor 33,36 Prozent auf 42,25 Prozent.

Die Nachfrist von 10 Börsentagen zur nachträglichen Annahme des Kaufangebots begann am 21. September 2015 und dauert voraussichtlich bis zum 2. Oktober 2015.

Das öffentliche Kaufangebot wurde nun mit dem Entscheid der Uek ergänzt, wie es einer Mitteilung der federführenden Bank UBS vom Dienstagmorgen heisst. Dieser ist ausserdem zu entnehmen, dass die SIX um Eröffnung einer separaten Handelslinie für die angedienten Aktien ersucht worden ist. Der Handel von angedienten Aktien soll am 5. Oktober 2015 aufgenommen und bis zum Vollzugstag aufrechterhalten werden.

(awp/chb)