Atomkraft könnte aufgrund der Klimadiskussion und der CO?-Debatte wieder einen Aufschwung erleben. Im letzten Jahr waren weltweit 436 AKW in Betrieb, 52 sind in Bau und 76 in Planung. Alleine in China sind 16 Meiler in Bau und 13 weitere in Planung. Auch wenn diese fertig gestellt sind, wird China weit weniger AKW in Betrieb haben als die USA, Frankreich und Japan.

Die Neubauten haben das Thema Atomkraft auch als Anlagethema salonfähig gemacht. Doch haben Anleger nicht, wie bei Gold, Silber oder Kupfer, die Wahl zwischen Metallpreis-Trackern und Minenaktien-Baskets, weil es für Uran keinen halbwegs liquiden Markt gibt. Zwar gibt es für Uran und den Rohstoff für die Brennstäbe, Uranhexafluorid, Preischarts, aber diesen liegen eine Handvoll Lieferverträge zugrunde und kein börsenähnlicher, liquider Handel. Zwischen 2005 und 2007 war der Uran-Spotpreis von 20 auf knapp 140 Dollar pro Pfund gestiegen, die 3-Monats-Terminpreise sahen ihren Preishöhepunkt 2007 knapp unter 100 Dollar. Seither liegen die spärlichen Kaufangebote am Spotmarkt bei 44 Dollar, auf 3-MonatsSicht werden 60 Dollar bezahlt.

Preisanstieg regt Fantasie an

Es war denn auch der Spotpreis - jüngst um 15% gestiegen -, der die Fantasie der Anleger wieder angeregt hat. Bis heute wurden 2010 laut den Analysten der Credit Suisse 135 Abschlüsse für 28 Mio Pfund Uran registriert.

«Wir glauben, dass der jüngste Preisanstieg nur von kurzer Dauer sein wird», sind die Analysten von Macquarie überzeugt. Als Grund für den Anstieg vermuten sie den kurzfristigen Ausfall der Produktion bei ConverDyn, einer wichtigen Uranfabrik. Hinzu kommt die Ende Juli veröffentlichte Produktionsstatistik von Kasachstan. Diese übertraf die Schätzungen und dürfte das Angebot deutlich ausweiten. «Und selbst wenn sich der Ausblick für die Nachfrage verbessert hat, bleiben wir weiterhin vorsichtig», sagen die Analysten von Goldman Sachs, «denn die Zahl der Reaktoren bleibt aufgrund der Abschaltungen in den nächsten Jahren gleich, die Produktion wurde aber um 15% ausgeweitet.» Erst nach 2013 würde sich das Bild verbessern, wenn die China-AKW ihren Betrieb aufnehmen. «Aber auch dann kommen wir zurück auf unser Argument, wonach Uran keine knappe Ressource ist», so die Analysten weiter, «denn eine erhöhte Nachfrage kann rasch durch wiederaufbereitetes Uran befriedigt werden.» Weder Credit Suisse, Macquarie oder Goldman Sachs glauben an höhere Preise.

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In der Schweiz sind vier Tracker-Produkte erhältlich. Uran als Anlagethema wird dabei über die Aktien der Förderer erschlossen. JFUBC beispielsweise, ein in Dollar denominierter Basket-Tracker, bündelt die Aktien von elf Firmen aus der Branche, von den Förderern wie den Minen Cameco, Energy Resources of Australia bis zu First Uranium mit dem AKW-Baukonzern Areva. URANI besteht aus acht Aktien, die ebenfalls von den Minen bis zu Areva reichen. Beide zeigen eine weitgehend parallele Kursentwicklung. URANI kommt seit Emission auf eine etwas bessere Performance als JFUBC; seit März 2010 haben die beiden Tracker 7 bzw. 11% verloren. Zum Vergleich: Der SMI hat seit März 8% eingebüsst. Wenn der Dollar nicht zur Schwäche tendiert hätte, hätten beide Tracker den SMI leicht übertroffen.