Subprime-Krise hin, sparende US-Banken her – von den Auswirkungen der Kreditkrise, von der vor allem Banken betroffen sind, spürte das Genfer Banken-Softwarehaus Temenos nichts. Dank der starken Nachfrage nach der Bankensoftware-Plattform T24, mit der Geschäftsbanken ihre zentralen Geschäftsprozesse abwickeln, verzeichnete Temenos im 1. Quartal einen Anstieg des Lizenzumsatzes um 33% auf 31,1 Mio Dollar. Die Analysten hatten lediglich mit 25,5 Mio Dollar gerechnet.

Mehr als erwartet

Mit einem Plus von 47% stieg das Dienstleistungsgeschäft auf 88,4 Mio Dollar. Der jeweils nur bei Vertragsabschluss verbuchte Lizenzumsatz gibt bei Softwarefirmen Hinweise auf den zukünftigen Geschäftsverlauf, denn wenn die Programme installiert sind, wird die Wartung über die ungleich weniger volatilen und besser voraussehbaren Dienstleistungen abgebucht.

Über Erwarten gut fiel auch der Vorsteuergewinn auf Stufe Ebit aus. Dieser stieg um 25% auf 6,5 Mio Dollar, der Reingewinn stieg auf 7 Mio Dollar. Und der Cashflow stieg gleich um 63% auf 9,9 Mio Dollar.

Bezüglich der Breite und Tiefe der absehbaren Projekte äusserte sich das Temenos-Management optimistisch. Bankensoftware wie die von Temenos wird über Jahre hinaus evaluiert, gekauft, installiert, getestet und dann in Betrieb genommen. Solche Projekte stoppt kein potenzieller Käufer, weil bei Verzögerungen nicht nur die Betriebs- und Wartungskosten mit alten Plattformen höher liegen, sondern mit solchen grossen Softwarekäufen auch beträchtliche weitere Investitionen in neue Computersysteme, Schulungen usw. verbunden sind.

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Lediglich bei den Margen zeigt sich ein Problem von Temenos. Wie bei Softwarefirmen mittlerweile üblich, hat auch Temenos einen Teil der Programmierung in Billigländer ausgelagert, hat aber auch weiterhin hohe Ausgaben im Franken-, Euro- und Pfundraum, während in Dollar bilanziert wird. Die Schwäche der amerikanischen Leitwährung zeigt sich in den Büchern von Temenos als Margenverdichtung auf 7,4% (von 8,6%).

Für das laufende Jahr ist das Management der Temenos ungebrochen optimistisch. Die Geschäftsziele wurden erneut angehoben. So soll der Gesamtumsatz auf 415 Mio Dollar steigen – die ursprüngliche Messlatte liegt bei 400 Mio. Auf Stufe Ebit strebt das Unternehmen einen Gewinn von 87,5 Mio Dollar an, das entspricht 2,5 Mio Dollar mehr als zuvor kommuniziert worden war. Aus dem angestrebten Gewinn pro Aktie von 1.36 Dollar errechnet sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 17 für das laufende Jahr und von 13 für das kommende.

Ambitiöse, aber machbare Ziele

Panagiotis Spiliopoulos, Aktienanalyst bei der Bank Vontobel, sieht die Ziele des Unternehmens als realistisch an. Er hat das Kursziel für Temenos am Dienstag auf 36 Fr. erhöht.