Aktienkurse wie während der New-Market-Euphorie gehören der Vergangenheit an. Die drei in der Schweiz kotierten israelischen Medtech-Titel Card Guard, SHL Telemedicine und Oridion notieren deutlich unter ihren Höchstständen. Die Oridion-Aktie kostet heute rund 11 Fr., vor dem Platzen der Internet-blase waren es noch 85 Fr., zwischenzeitlich war die Aktie sogar auf fast 1 Fr. gefallen.

Seit Jahresbeginn hat Oridion 14% eingebüsst, SHL Telemedicine stehen etwa 9% tiefer, während die Aktie der ebenfalls in der Telemedizin tätigen Card Guard gegen 50% gestiegen ist. «Von den drei Titeln weist Card Guard am meisten Kontinuität und gegenüber dem SPI den stabilsten Turnaround auf», erklärt Beat Grunder, Charttechniker der Credit Suisse. Card Guard sehe technisch sehr gut aus, kurzfristig sei aber eher mit einer Konsolidierung zu rechnen.

Grosses Marktpotenzial

SHL Telemedicine setze dagegen zu einem erheblichen Turnaround an. Die Aktie befinde sich in einem neuen mittelfristigen Aufwärtszyklus. «Allerdings hat der Titel mit seinen massiven Ausschlägen auch einen hohen Risikocharakter», gibt Grunder zu bedenken. Oridion hat aus seiner Sicht nicht ganz so viel Potenzial wie SHL Telemedicine. Doch: «Oridion sieht mittelfristig gut aus.»

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Von den drei Titeln wird heute nur noch Oridion fundamental analysiert. Vontobel und Helvea empfehlen den Titel zum Kauf. Das israelische Unternehmen ist mit einem geschätzten Marktanteil von 52% Weltmarktführerin im Kapnografie-Markt. Kapnografen sind Geräte, die den Kohlenstoffdioxidgehalt der Ausatemluft eines Patienten messen und überwachen. Das Potenzial ist gross. «Wir schätzen, dass die Marktdurchdringung erst bei 20% liegt», sagt Vontobel-Analystin Carla Bänziger. Zudem werde der Einsatz dieser Kapnografie-Geräte derzeit von verschiedenen Ärztekammern und einigen Bundesstaaten gepusht. Die Bank erwartet, dass der Markt über die nächsten zehn Jahre jährlich um rund 14 bis 15% wächst. «Zudem ist Oridion in der Technologie führend», erklärt Bänziger.

Geringe Liquidität als Risiko

Zuletzt litten die Umsätze von Oridion allerdings unter Problemen eines Grosskunden. Dem US-Konzern Physio-Control sind die Verkäufe wegen eines vorübergehend verhängten Verkaufsstopps in den USA eingebrochen. «Im nächsten Quartal sollte Physio-Control ihre Geräte wieder liefern können», erwartet die Analystin. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor sei, dass der Hauptproduktionsstandort in Israel ist.

«Oridion ist ein typischer Wachstumstitel, der aber nicht sehr liquide ist und gewisse Risiken birgt», so Bänziger. Die Analystin hat für die Aktie ein Kursziel von 15 Fr. gesetzt. Auch Grunder von der Credit Suisse weist auf das Handelsvolumen hin: «Alle drei Aktien weisen Phasen mit geringer Liquidität auf, weshalb das Risiko für die Investoren hoch sein kann.»