Im 1. Quartal des laufenden Jahres war die Nachfrage nach Computern hoch. Besonders die portablen Notebooks konnten zulegen. Die Industrieanalysten von Gartner haben ihre Absatzprognose in den letzten Monaten daher sogar noch erhöhen müssen.

Statt der erwarteten 22% Zuwachs rechnen die Experten nun sogar mit einem Branchenplus von 25%. Insbesonders in Europa, wo Logitech 45% des Umsatzes erzielt, war das Wachstum stark. Und auch die von den US-Retailketten erhobenen Einzelhandelsdaten weisen auf einen Boom beim Computerzubehör hin, von dem auch der Schweizer Zubehör-Hersteller Logitech profitieren sollte.

Weniger Gadgets für Notebooks

Allerdings sind exakte Prognosen hier für Anleger und Analysten nicht ganz einfach. So weisen die Marktstatistiken zwar ein hohes Computerwachstum auf, aber das entfällt praktisch nur auf Notebooks. Bei Desktop-PC stagnieren die Verkäufe gerade in den entwickelten Ländern - und just bei diesen Computern liessen sich bisher besonders viel Zusatzgeräte verkaufen. «Logitech hat einen sehr gemischten Leistungsausweis hinsichtlich der Ergebnisse in den letzten Jahren», werfen die Analysten der Bank of America ein, «aber jetzt sollte das Ergebnis auf der Höhe der Erwartungen ausfallen und wir rechnen daher auch mit einem Umsatz zwischen 500 und 515 Mio Dollar und einem operativen Gewinn zwischen 15 und 20 Mio Dollar.» Das würde den im Januar bekannt gegebenen Prognosen entsprechen.

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Erfolgserlebnis mit Fragezeichen

Der Mittelpunkt dieser Umsatzspanne entspräche einem organischen Wachstum von 13% im Jahresvergleich. «Das sieht zwar vor dem Hintergrund des Umsatzrückgangs von 4,5% im letzten Geschäftsquartal ambitiös aus, doch diese Vergleichsbasis ist einfach zu schlagen.» Im Vorjahresquartal, das bei Logitech auch das Schlussquartal des Geschäftsjahres bildet ? denn Ende März werden die Bücher geschlossen ?, wurde ein Umsatzrückgang von 27% ausgewiesen. Der Umsatz ist ein grosser Unsicherheitsfaktor, die Kostenbasis ein anderer. Hier glauben einige Analysten aus den Kommentaren des Managements zum letzten Quartal eine Steigerung herauszuhören. «Das bedeutet, dass im 1. Quartal die Marketingkosten nicht so stark gefallen wären, wie das aufgrund der saisonalen Muster zu erwarten wäre», sagen etwa die Analysten der Bank of America. Die Messlatte liegt bei 507 Mio Dollar und einem Betriebsgewinn von 17 Mio Dollar, entsprechend einem (angepassten) Gewinn pro Aktie von 12 Cent. Mindestens so wichtig wie das Ergebnis wird der Ausblick auf das jetzige Quartal sein. Der Analystenkonsens geht von einem Umsatz von 445 Mio Dollar sowie einem (auch abschreibungsbedingt) kleinen Gewinn von 6,2 Mio Dollar aus. Daraus errechnet sich, je nachdem, ob Akquisitionsfaktoren einbezogen werden, ein Gewinn zwischen 3 und 5 Cent pro Aktie. «Aufgrund des Gegenwinds für Computer-Peripheriegeräte rechnen wir nicht mit einem zweistelligen Umsatzwachstum», kommentieren die Analysten bei Citigroup.

Aktie ist attraktiv bewertet

Eher zu den Optimisten zählen die Analysten von Exane. «Logitech dürfte die Erwartungen erfüllen und einen soliden Ausblick liefern.» Und auch bei Vontobel ist man zuversichtlich: «Wir erwarten einen operativen Gewinn von 23,5 Mio Dollar, die Aktie bleibt mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14,4 für das laufende Fiskaljahr attraktiv bewertet.» Das Kursziel wird bei 26 Dollar (aktueller Kurs: 17.50 Dollar) festgesetzt.