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Knight Capital sass auf Aktienberg in Milliardenhöhe

Knight Capital: Zu grosser Aktienberg für die kleine Firma. (Bild: Keystone)

Der Fehler einer neuen Handelssoftware beim US-Börsenmakler Knight Capital scheint noch drastischere Ausmasse gehabt zu haben als bislang bekannt.

Veröffentlicht am 09.08.2012

Nach Informationen des «Wall Street Journal» (Donnerstag) sass die vergleichsweise kleine Finanzfirma Knight Capitalzeitweise auf einem Aktienberg im Wert von rund 7 Milliarden Dollar (5,7 Milliarden Euro).

Ein ausser Kontrolle geratenes Handelsprogramm hatte am Morgen des 1. August ungebremst Aktien gekauft. Menschliche Händler bei Knight Capital hätten dann versucht, die Papiere wieder abzustossen, hiess es unter Berufung auf eingeweihte Personen. Bis zum Ende des Tages sei der Aktienberg auf 4,6 Milliarden Dollar geschrumpft.

Der Softwarefehler hatte die gesamte New Yorker Börse in Atem gehalten, weil plötzlich massenhaft Kaufaufträge die Märkte fluteten und die Kurse verrückt spielten. Mehrere Geschäfte wurden nachträglich annulliert, was Knight Capital selbst allerdings nichts half. Nur eine 400 Millionen Dollar schwere Finanzspritze einer Gruppe von Investoren sicherte letztlich das Überleben.

Schicksal auf Messers Schneide

Nach den Informationen des «Wall Street Journal» stand das Schicksal von Knight Capital in den Stunden nach dem Desaster auf Messers Schneide. Selbst mit dem geschrumpften Aktienberg hätte die Finanzfirma am nächsten Tag nicht weitermachen dürfen, schrieb die Zeitung. Denn das vorhandene Kapital hätte als gesetzlich vorgeschriebener Risikopuffer nicht ausgereicht.

Knight Capital habe in seiner Verzweiflung versucht, das gesamte Aktienpaket bei grossen Banken loszuschlagen. Die Schweizer UBS habe aber einen Abschlag von 8 bis 9 Prozent verlangt, schrieb die Zeitung. Darauf habe Knight Capital nicht eingehen wollen. Am Ende sei Goldman Sachs eingesprungen und habe das Aktienpaket mit einem Abschlag von 5 Prozent gekauft.

Die Verhandlungen liefen im Geheimen. Auch jetzt äusserte sich Knight Capital nicht dazu. Öffentlich bekannt ist nur, dass der Verlust aus der Softwarepanne bei 440 Millionen Dollar vor Steuern liegt. Knapp die Hälfte des Minus' resultiere aus den Aktienverkäufen im Tagesverlauf, schrieb das «Wall Street Journal» unter Berufung auf eingeweihte Personen. Der Rest sei dem Abschlag beim Verkauf an Goldman Sachs geschuldet.

(laf/aho/sda)

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