Bei den von starken Kontrasten geprägten Aussagen für das Wachstum 2008/09 kommt der Bauwirtschaft bei der realen Bruttowertschöpfung hinter Chemie und Pharma, Kommunikation und dem öffentlichen Sektor eine Position im Spitzenfeld zu. Damit zeigt sich, dass die Bausparte eine stabilisierende Rolle in schwieriger wirtschaftlicher Zeit spielt. Aus Sicht der Dachorganisation bauenschweiz nützt der Bauwirtschaft und damit der Gesellschaft, für die sie letztlich baut, eine verstetigte und über die Zeitachse hohe Investitionstätigkeit. Besonders bei Infrastrukturbauten und deren Erhaltung ist die öffentliche Hand gefordert.

Starke Wirtschaftsimpulse

Bauinvestitionen wirken in der gegenwärtigen Situation als Konjunkturstütze, hauptsächlich initiiert durch den Wohnungsbau und den öffentlichen Bau. Wie Urs Müller von der Konjunkturforschung BAK Basel feststellt, ist nach den neuesten Indikatoren der Bauwirtschaft und der Zahl der Baubewilligungen von einem antizyklischen Effekt beim Wohnungsbau auszugehen. Für die Entwicklung des realen BIP wird bei den Bauinvestitionen sowohl im laufenden Jahr als auch für 2010 insgesamt ein schwach positives Ergebnis erwartet. So stehen 2009 einem Minus von 6% im Gewerbebau eine leichte Zunahme im Wohnungsbau sowie ein erfreuliches Plus von 4,5% im öffentlichen Bau gegenüber. Und für das kommende Jahr steht dem Wohnungsbau mit +1,3% und dem öffentlichen Bau mit 1% ein nur noch leicht negativer Gewerbebau gegenüber.

Baugewerbe gut ausgelastet

In der Bauausführung hat der strenge Winter tiefe Spuren hinterlassen. Das zeigt sich in der im Bauhauptgewerbe mit -13% stark zurückgegangenen Bautätigkeit im 1. Quartal 2009. Anderseits stellen die Baumeister nun einen Nachholbedarf bei den Bauleistungen fest und sprechen von viel Arbeit auf dem Bau sowie einem beachtlich angestiegenen Auftragsbestand. Mit einem Plus von 13,2% bei den Aufträgen zeichnet sich eine hohe Auslastung im Hoch- und Tiefbau für die nächsten Quartale ab.

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Im Wohnungsbau sind es die sehr tiefen Hypothekarzinsen, das anhaltende Bevölkerungswachstum durch Zuwanderung sowie die niedrige Leerstandsquote, welche die Nachfrage stützen. Durch diesen Sog in die Sachwerte wird der Bedarf ausgeweitet und die Neuproduktion an Wohnungen wird auf 42000 geschätzt. Dabei entfällt das Gros der Angebotsausweitung auf Mehrfamilienhäuser und Eigentumswohnungen, während im Einfamilienhaussegment eine rückläufige Tendenz festzustellen ist. Damit zeigt sich, dass Renditeliegenschaften weiter hoch im Kurs sind und dass mit Immobilien-Direktanlagen eine gute Performance erzielt werden kann.

Ein hoher Stellenwert kommt den vordringlichen Aufgaben bezüglich einer Teilzweckbindung der CO2-Abgabe zu. Damit werden neben dem effizienten Beitrag zur Klimapolitik durch die Beschleunigung bei der energetischen Sanierung des älteren Gebäudeparks für viele innovative Unternehmen der Bauwirtschaft neue Marktchancen eröffnet.