Vom Umsatz her konnten die Akteure am Bau im vergangenen Jahr ihre Ziele mehrheitlich erreichen, doch ist die Wertschöpfung in der Baubranche ungenügend. Sowohl der Wirtschafts- als auch der Infrastrukturbau schlossen 2007 mit einem Plus ab. Die Dachorganisation Bauenschweiz stellt zur Befindlichkeit der Bauwirtschaft fest, dass der Margendruck bestehen bleiben wird und sich das erzielte Wachstum nicht generell auf die Baupreise übertragen hat.

In ihrer aktuellen Konjunkturprognose 2008/09 dieses Frühjahrs sieht die Konjunkturforschungsstelle der ETH Kof einen abgeschwächten Zuwachs bei den Waren- und Dienstleistungsexporten. Die Bauinvestitionen erreichen im laufenden Jahr einen Zuwachs um 1,6% und schwächen sich dann ab. Der Aufschwung der Wohnbauinvestitionen ist laut Kof zu Ende, doch legt der Wirtschaftsbau vorübergehend zu. Markante Impulse gehen 2008 vom Infrastrukturbau aus, in dem sich der Infrastrukturfonds positiv auswirkt.

Während bei den realen Ausrüstungsinvestitionen die Zeichen weiter auf Expansion stehen, wird von den Bauinvestitionen ein anhaltend negativer Impuls erwartet. Die Prognose der Basler Konjunkturforscher BAK Economics sagt dem Bau eine negative Wertschöpfungsentwicklung um –2,1% voraus. «Die Sonderkonjunktur des Wohnungsbaus der letzten Jahre ist nun endgültig zu Ende.»

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An den Kapazitätsgrenzen

Das Baujahr 2008 (und die Auslastung der Bauunternehmen) sollten im Hochbau ähnlich verlaufen wie 2007, stellt der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) fest.

Im Projektierungssektor zeigen sich die mittelfristigen Zukunftsaussichten eher uneinheitlich: Die Abschwächung im Wohnungsbau bringt Auswirkungen vor allem auf kleinere Architekturbüros, während der wieder ansteigende Infrastrukturbereich den grösseren Ingenieurbüros zugute kommt. Das wird als mögliches Indiz für die höhere Volatilität und Unsicherheit bei Grossprojekten angesehen.

Beim Hochbau, dessen Auftragseingänge im Vorjahr eine leichte Zunahme verzeichnete, könnten sich ab dem 2. Halbjahr 2008 Abschwächungstendenzen bemerkbar machen. Dabei deuten die rückläufigen Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe auf eine Abschwächung der Baukonjunktur gegen Jahresende hin. Im gewerblich-industriellen Bau sind die Aussichten wegen der hohen Auftragsbestände bis Mitte des Jahres positiv zu bewerten.

Gutes Umfeld für Wohnungsbau

Zur Situation im Wohnungsbau stellt die Kof fest, dass der Bau von Mehrfamilienhäusern stark zugenommen hat. Die nun bevorzugten Objekte mit mehreren Wohnungen weisen pro Wohneinheit geringere Kosten auf, was die Investitionssumme senkt. Fundamental gesehen ist das Umfeld für den Wohnungsbau jedoch gut: Bevölkerungszuwachs und Wirtschaftswachstum dürften nach Meinung der Kof die Nachfrage nach Wohnraum wieder steigen lassen.

Der Trend zu rückläufigem Zementverbrauch hält an: Nachdem bereits im Schlussquartal 2007 eine Abflachung der Nachfrage festzustellen war, gingen die Inlandlieferungen der schweizerischen Zementindustrie im 1. Quartal 2008 um 3,9% zurück. Dies wird nach Angaben der Cemsuisse als witterungsbedingte Einflüsse und nicht als Indikator für den Rückgang der Baukonjunktur gewertet.