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Konsumenten können ab Juli bei Krediten viel sparen

Konsumkredit: Ab 1. Juli sind nurmehr 10 Prozent Zins erlaubt. Keystone

Ab kommendem Monat dürfen Kreditanbieter nur noch maximal 10 Prozent Zins für Barkredite verlangen. Bereits jetzt haben viele Verleiher ihre Zinsen gesenkt - für Konsumenten lohnt sich das Rechnen.

Veröffentlicht am 15.06.2016

Durch die Senkung des Maximalzinssatzes für Konsumkredite in der Schweiz wird der Konkurrenzkampf um tiefe Zinsen für «schnelles Geld» härter geführt. Bereits gibt es ein erstes Angebot für Konsumkredite unter 5 Prozent. Branchenkenner erwarten weitere Zinssenkungen weiterer Anbieter.

Der Bundesrat hat auf den 1. Juli neu einen tieferen Maximalzinssatz für Konsumkredite festgelegt. Neu gilt ein effektiver Maximalzinssatz von 10 Prozent für Barkredite. Derzeit liegt dieser noch bei 15 Prozent.

Konsumentenschutz will noch mehr

Angesichts des aktuellen Negativzinsumfeldes ist das aus der Sicht der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) nach wie vor zu viel. Zwar ist die Konsumentenorganisation froh darüber, dass der Bundesrat reagiert hat und die längst überfällige Senkung vorgenommen hat. Langfristig bleibt aber ein Zinssatz von 5 Prozent das Ziel. Denn auch damit sind die Kreditanbieter nach Einschätzung der SKS immer noch mehr als gut bedient.

Von den grossen Schweizer Anbieter hat einzig die Migros Bank ihre Zinssätze nicht gesenkt, wie der führende Kreditvergleichsdienst moneyland.ch am Mittwoch mitteilte. Immerhin war der Online-Kredit der Migros Bank jahrelang der günstigste auf dem Schweizer Markt mit einem Zinssatz von 5,9 Prozent.

Zinskampf nimmt zu

Für Kunden mit einer guten Zahlungsfähigkeit offerieren neuerdings bob money des Kioskunternehmens Valora mit einem effektiven Mindestzinssatz von 4,9 Prozent und CreditGate24 mit einem Zinssatz von 5,79 Prozent noch etwas tiefere Zinssätze, wie der Kreditvergleichsdienst schreibt. Auch andere Kreditanbieter haben ihre Zinssätze teilweise massiv gesenkt.

«Weitere Zinssenkungen anderer Anbieter am Markt sind zu erwarten», wird Carlo Schmid, Analyst bei moneyland.ch, zitiert. Der Zinskampf um neue Kunden sei eröffnet.

Rechnen zahlt sich aus

Tatsächlich lohnt es für Kreditnehmer, die Angebote zu überprüfen. Denn das Sparpotenzial kann je nach Kredit weit über 1000 Franken betragen. Nehme ein Kreditnehmer beispielsweise einen Kredit in der Höhe von 15'000 Franken für eine Laufzeit von 24 Monaten bei einem effektiven Jahreszinssatz von 9,95 Prozent auf, so koste ihn der Kredit insgesamt rund 1534 Franken für die gesamte Laufzeit, rechnet moneyland.ch vor.

Beim derzeit günstigsten Zinssatz von 4,9 Prozent allerdings betragen die Kosten für denselben Betrag und dieselbe Laufzeit rund 761 Franken, also nur ungefähr die Hälfte.

Grosses Sparpotenzial

Privatkreditkunden können im Durchschnitt rund 1600 Franken pro Kredit einsparen, wenn sie ihren aktuellen Kredit durch einen neuen Kredit mit tieferen Zinsen ablösen, wie der Internetvergleichsdienst comparis.ch berechnet hat. Hochgerechnet auf die rund 387'000 Kredite per Ende 2015 ergebe dies schweizweit ein Sparpotenzial von rund 100 Millionen Franken.

Doch nicht alle können von den tiefen Zinssätzen profitieren. Kreditnehmer mit einer hohen Ausfallrate, sogenannte «schlechte Risiken», haben in der Vergangenheit nur die Kredite nahe am bisherigen Maximalzinssatz von 15 Prozent erhalten. Immerhin dürften sie von der aktuellen Zinssenkung auf 10 Prozent profitieren.

Genaues Prüfen ist gefordert

Häufig ist es mittlerweile von verschiedenen bonitätsrelevanten Kriterien abhängig, welchen Zinssatz ein Kreditnehmer erhält. Diese Kriterien können je nach Anbieter unterschiedlich definiert werden. Generell gilt zudem die Faustregel: Je günstiger ein Kredit ist, desto strenger sind die Kriterien für eine Kreditvergabe.

Wer einen Konsumkredit will, sollte sich unbedingt vorgängig informieren, ob eine Kreditvergabe mit seiner Bonität beim gewünschten Anbieter wahrscheinlich ist. Nur in diesem Fall sollte ein Kredit auch wirklich beantragt werden.

Vorsicht bei zu günstigen Angeboten

Eine Ablehnung führt nämlich zu einem negativen Eintrag in der ZEK, der Schweizer Zentralstelle für Kreditinformationen. Ein solcher Eintrag macht es dann schwieriger, bei anderen Schweizer Anbietern Geld zu bekommen.

Empfohlen wird auch, möglichst kurze Laufzeiten zu wählen. Je mehr Zeit für die Rückzahlung eines Kredits benötigt wird, desto höher sind die effektiven Kosten. Und Sofort-Kredite sind trotz anderslautender Werbeversprechen nicht erhältlich: Eine Kreditvergabe ist in der Schweiz frühestens nach einer Wartezeit von sieben Tagen möglich.

Schliesslich wird auch immer wieder von unseriösen Anbietern gewarnt. So wimmelt es etwa im Internet von Kreditbetrügern. Bei übertrieben günstigen Angeboten ist Vorsicht am Platz sein.

(sda/jfr/ama)

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