Für den Detailhandel war das vergangene Jahr das erfolgreichste seit langem. Hauptursache ist die positive Konsumentenstimmung, die – so der Index der Konsumentenstimmung des Staatssekretariates für Wirtschaft Seco – stetig gestiegen ist und beinahe die Spitzenwerte des Jahres 2000 erreicht hat. Laut Bundesamt für Statistik stiegen die nominalen Detailhandelsumsätze gegenüber dem Vorjahr um 3,6%. Inflationsbereinigt ergibt dies eine Zunahme von 4%.

Zu gleichen Ergebnissen kommt das Forschungsinstitut IHA-GfK. So betrug die Zunahme im Bereich Lebensmittel 3,3% bei Pflege und Kosmetik 3,6% und im übrigen Bereich satte 5,5%. Besonders in den Sparten Wohnungseinrich-tung und Unterhaltungselektronik konnten Spitzenwerte verzeichnet werden. Ist die Stimmung gut, werden grössere Investitionen wie Möbel und Fernseher getätigt. Gut abgeschnitten hat auch der gesamte Bekleidungsbereich, der nicht zuletzt von den guten Wetterverhältnissen profitiert hat.

Abschwächung für 2008

Die Konsumentenstimmung wird einen Dämpfer erleben. So sehen gemäss der Befragung des Seco die Konsumenten die Wirtschaftsentwicklung für 2008 deutlich negativer, als sie es noch im letzten Oktober getan haben. Auch wird die Verteuerung von Gütern wie Nahrungs-mitteln und Benzin die Kauflaune trüben. 2007 war geprägt durch die Bereitschaft, grössere Investitionen zu tätigen, man braucht aber nicht jedes Jahr eine neue Kücheneinrichtung. Zeichnen sich Gewitterwolken am Horizont ab, so spart der Konsument zuerst bei den Handelsprodukten, legt das Geld auf die Seite oder investiert es lieber in die Freizeitgestaltung.

Anzeige

Doch nicht nur diese Faktoren werden 2008 den Detailhandel fordern, sondern auch die politische Agenda. In diesem Jahr stehen im Bundeshaus einige, für den Detailhandel relevante Sachgeschäfte an. Das Mehrwertsteuergesetz soll einer grundlegenden Revision unterzogen und massiv entschlackt werden. Diese Reform ist nötig und dringend. Denn die Abrechnung der Mehrwertsteuer ist für die Unternehmen zu einer massiven administrativen Belastung angewachsen. Eine weitere Vorlage ist der Abbau technischer Handelshemmnisse im Handelsverkehr mit der Europäischen Union. Dies nützt den Konsumenten und dem Detailhandel.

Road Pricing bringt Einbussen

Einerseits ist mit einer Senkung der Preise zu rechnen, andererseits fallen für die Unternehmen administrative Zusatzbelastun-gen, wie beispielsweise zusätzliche Verpackungsbeschriftungen, weg. In diesem Kontext ist auch das geplante Produktesicherheitsgesetz zu betrachten, das dem Detailhandel wie den Konsumenten mehr Rechtssicherheit bringen soll. Beunruhigend hingegen sind die Pläne des Umwelt- und Verkehrsdepartementes, Road-Pricing-Pilotprojekte in Städten zu ermöglichen. Die verkehrstechnische Abriegelung hätte für den Detailhandel wirtschaftliche Einbussen zur Folge, denn die motorisierten Kunden würden vermehrt die Stadt als Einkaufsort meiden. Es bleibt zu hoffen, dass in der Politik die Weichen richtig gestellt werden.