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Finanzen
Kreditwürdigkeit der Conforama-Mutter wankt

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Steinhoff-Zentrale in Deutschland: Der Konzern ist der Branchenzweite hinter Ikea.Quelle: Keystone

Die Probleme des zweitgrössten Möbelkonzerns der Welt spitzen sich zu. Die Ratingagentur Moody’s senkt ihre Einschätzung für Steinhoff.

Veröffentlicht am 28.12.2017

Die Ratingagentur Moody's hegt zunehmend Zweifel an der Finanzkraft der Conforama-Mutter Steinhoff. Die Bonitätswächter haben das Rating des deutsch-südafrikanischen Möbelkonzerns am Donnerstag um drei Stufen auf «Caa1e» gesenkt und prüfen eine weitere Herabstufung.

Damit sehen sie ein hohes Ausfallrisiko bei den Krediten von Steinhoff. Die Liquidität könnte schon bald nicht mehr ausreichen, um das Europageschäft am Laufen zu halten, warnte Moody's. Für den von einem Bilanzskandal erschütterten Konzern könne es angesichts der laufenden Untersuchungen schwierig werden, fällig werdende Schulden zu refinanzieren oder zurückzuzahlen.

Behörden ermitteln

Nach Konzernangaben zogen Gläubiger in den vergangenen Wochen zunehmend Kreditlinien zurück oder setzten sie aus. Die Aktien des Möbelhändlers beeindruckte die Moody's-Schelte kaum. Sie gehörten mit einem Kursplus von gut vier Prozent zu den grössten Gewinnern im deutschen Nebenwerte-Index MDax. Mit 0,31 Euro kosten die Papiere aber immer noch rund 90 Prozent weniger als zu Monatsbeginn.

Gegen Steinhoff laufen in Deutschland bereits seit zwei Jahren Ermittlungen wegen möglicher Bilanzfälschungen. Wegen der Vorwürfe hatte der Möbelkonzern zuletzt die Veröffentlichung von Geschäftszahlen verschoben und seine Bilanz 2016 mit der Begründung zurückgezogen, dass die Zahlen nicht mehr zuverlässig seien. Laut der bisherigen Bilanz 2016 steht Steinhoff mit über 16 Milliarden Euro bei Banken in der Kreide.

Die Nummer zwei der Möbelwelt

Steinhoff - der Konzern war in den vergangenen Jahren weltweit auf eine milliardenschwere Einkaufstour von Österreich bis Australien gegangen - gilt als der zweitgrösste Möbelhändler der Welt hinter Ikea. Zum Konzern mit niederländischer Rechtsform und operativem Sitz in Südafrika gehören in der Schweiz Conforama wie Lipo, in Deutschland der Möbelhändler Poco und in Österreich die Ketten Kika und Leiner.

Wegen der komplexen Struktur nach den zahlreichen Übernahmen der vergangenen Jahre sei es schwierig, die Kreditwürdigkeit des Konzerns zu bewerten, erklärte Moody's.

(sda/mbü)

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