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Krim-Krise lässt Aktienmärkte abrutschen

Dax-Kurs unter 9000 Punkten: Die Märkte gaben heute stark nach.   Keystone

Die Krim-Krise setzt die Aktienmärkte unter Druck. Zwei Tage vor dem umstrittenen Referendum bröckelten weltweit die Kurse. Der russische Aktienmarkt, aber auch der Dax und SMI liessen stark nach.

Veröffentlicht am 14.03.2014

Die Krim-Krise zwingt die Aktienmärkte in die Knie: Zwei Tage vor dem umstrittenen Referendum über die Abspaltung der Krim von der Ukraine bröckelten weltweit die Kurse ab. Besonders stark unter Druck geriet der russische Aktienmarkt, wichtige Indizes dort fielen auf den niedrigsten Stand seit fast fünf Jahren.

Aber auch in Deutschland und in der Schweiz sass den Anlegern die Angst vor einer Eskalation der Krim-Krise im Nacken. Der Dax fiel zum ersten Mal seit Dezember 2013 unter 9000 Punkte und verzeichnete mit 4,4 Prozent zeitweise den höchsten Wochenverlust seit Juni 2012.

Schweizer Aktienmarkt im Abwärtssog

Der Schweizer Aktienmarkt bleibt im Abwärtssog der internationalen Börsen gefangen und verliert am Freitag weiter an Wert. Die wegen der anhaltenden Krise in der Ukraine und den Wachstumssorgen in China schwachen Vorgaben aus den USA und Asien setzten den Schweizer Leitindex SMI von Beginn weg unter Druck – und es droht der sechste Handelstag mit Verlusten in Folge zu werden. Unter der wachsenden Risikoscheu der Anleger leiden vor allem Zykliker, während defensive Schwergewichte wie Roche oder Nestlé den Rückgang im SMI etwas abfedern.

In Japan hatten die Börsen deutlich im Minus geschlossen. «Die Ukraine ist im Moment eines der gravierendsten weltpolitischen Risiken und wie das ausgehen wird, ist schwer vorherzusagen», sagte Salman Ahmed, Anleihenstratege bei der Privatbank Lombard Odier. Neben der Krim-Krise lastete auch die Unsicherheit über die weitere Entwicklung der chinesischen Wirtschaft auf den Aktienkursen.

Anleger gehen auf Nummer sicher

Gerade vor dem Wochenende wollten die Anleger auf Nummer sicher gehen und trennten sich von Beständen. Am Sonntag wird auf der Krim darüber abgestimmt, ob die Halbinsel sich von der Ukraine abspalten und Russland anschliessen wird. Westliche Staaten, darunter auch Deutschland, stufen das Referendum als illegal ein. Sie drohen der Regierung in Moskau mit Sanktionen, sollte sie sich die Krim einverleiben. Mit Spannung wurde das am Freitag angesetzte Treffen von US-Aussenminister John Kerry und seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow in London erwartet.

Besonders nervös waren die Anleger an den russischen Börsen. «Die Leute geraten in Panik wegen möglicher Sanktionen und internationaler Isolierung. Wer braucht diese Aktien dann?«, fragte der Händler einer westlichen Bank in Moskau. Der russische Micex -Index und der in Dollar angegebene RTS -Index rutschten zeitweise um mehr als fünf Prozent ab und notierten auf dem niedrigsten Stand seit 2009. In diesem Monat haben die russischen Indizes bereits rund 18 Prozent verloren. Wenig liquide Aktien wie die des Stahlkonzerns Severstal und des Versorgers Inter RAO gerieten besonders stark unter Druck und stürzten um mehr als zehn Prozent ab. Aber auch häufig gehandelte Papiere wie die der Sberbank und des Versorgers Gazprom rutschten deutlich ins Minus. Dollar und Euro legten jeweils etwa 0,1 Prozent auf 36,66 beziehungsweise 50,83 Rubel zu.

Angst vor einer Rezession in Russland

«Sanktionen könnten zu einem langsameren Wachstum in Russland führen, da der Zugang zu Kapital teurer und schwieriger werden und der Staat eine stärkere Rolle in der Wirtschaft spielen könnte. Zudem könnte die angespannte Sicherheitslage das weltweite Wachstum hemmen«, schrieben die Analysten von Morgan Stanley in einem Kommentar. Einige Experten gehen sogar davon aus, dass Russland durch die Sanktionen in die Rezession rutschen könnte.

Im Laufe des Vormittags entspannte sich die Lage zumindest an den europäischen Aktienmärkten etwas. Der Dax lag gegen Mittag 0,3 Prozent im Minus bei 8993 Punkten, der EuroStoxx verzeichnete einen Abschlag von ebenfalls 0,3 Prozent auf 3009 Punkte. «Die Ukraine ist der Hauptauslöser für die Verluste. Aber die Indizes liegen ja auf einem solch hohen Niveau, dass viele an so einem Tag auch mal Kasse machen», sagte ein Frankfurter Händler.

Verluste im Dax durch alle Branchen

Die Verluste im Dax zogen sich durch alle Branchen. Die Papiere des Düngemittelkonzerns K+S rutschten um knapp drei Prozent, nachdem sie schon am Donnerstag um knapp zehn Prozent abgestürzt waren. Der Konzern hatte mit seinem Ausblick den Markt enttäuscht.

Der Euro kostete 1,3887 Dollar und damit etwas mehr als am Vorabend in New York. Die europäische Währung hatte am Donnerstag deutlich nachgegeben, nachdem EZB-Präsident Mario Draghi gesagt hatte, die Zentralbank verfolge den Euro-Kursanstieg mit zunehmender Aufmerksamkeit. 

(reuters/me)

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