Die internationale Finanzkrise schickt sogar die Aktie von Warren Buffett auf Talfahrt. Der reichste Mann der Welt hält sein Imperium mit der Investmentfirma Berkshire Hathaway zusammen. Das Wertpapier hat an der Börse in den USA nun den grössten Einbruch seit 23 Jahren erlitten.

Der Aktienkurs von Berkshire Hathaway befindet sich auf Talfahrt. Seit die Investmentgesellschaft von Warren Buffett einen kräftigen Gewinnrückgang für das 3. Quartal ausgewiesen hat, fiel der Kurs neun Handelstage in Folge. Allein am 20. November verlor der Titel an der New Yorker Börse knapp 8%. Seither hat der Kurs wieder zugelegt.

«Grundsätzlich stimmt bei Berkshire alles», sagt Michael Yoshikami, der Chef von YCMNet Advisors. «Allerdings fragen sich die Anleger, ob nicht in der Gesamtwirtschaft etwas grundsätzlich nicht stimmt.»

Problematische Zukunftswetten

Die Aktie von Berkshire – das Papier kostete zuletzt an der New Yorker Börse immer noch 87.50 Dollar – halte gewissermassen als Stellvertreter dafür her.

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Berkshire meldete auf Grund von Verlusten bei Investments sowie auf Grund sinkender Renditen im Versicherungsgeschäft bereits in vier aufeinander folgenden Quartalen einen Gewinnrückgang. Im vergangenen Quartal brach der Gewinn um 77% ein.Und der Druck hält an: Denn viele Unternehmen, an denen Berkshire beteiligt ist, kämpfen mit weiterhin starken Kursverlusten. So büsste die Kreditkartenfirma American Express, eines der wichtigsten Investments von Berkshire Hathaway, seit Ende September 47% ein – ein Anstieg bei den Kreditausfällen belastete das Vertrauen in die Aktie.

Für den Kurs der Bank Wells Fargo, dem zweitgrössten Investment von Berkshire, ging es 35% bergab. «Das systematische Zurückfahren von Fremdfinanzierun-gen reisst sämtliche Finanzwerte nach unten. Auch diejenigen mit guter Qualität», sagte Yoshikami.Doch Berkshire-Aktionäre wie Mohnish Pabrai, der Chef von Pabrai Investment Funds, sind auch aus anderen Gründen besorgt: Denn in den Bilanzen von Berkshire entstanden milliardenschwere Verluste durch Wetten auf die künftige Entwicklung von Aktien.

Ein nicht genannter Partner verkaufte Berkshire für 4,85 Mrd Dollar Absicherungen gegen fallende Indexstände.

Wegelin rät zum Kauf

Gemäss den Vereinbarungen muss die Buffett-Holding bis zu 37 Mrd Dollar zahlen, wenn der US-Leitindex S&P 500 und drei andere Indizes an bestimmten Terminen ab 2019 unter ihrem Wert zur Zeit des Vertragsabschlusses liegen. Bis Ende September hat Berkshire 6,73 Mrd Dollar auf die Termingeschäfte abgeschrieben. Trotz dieser Aussichten wird schon wieder zum Kauf der Aktien geraten. Die Analysten der Privatbank Wegelin etwa sprechen nun von einer «exzellenten Gelegenheit», bei Berkshire Hathaway einzusteigen.