S Seit Jahresbeginn hat der Partizipationsschein (PS) des Liftbauers Schindler gegen 20% zugelegt und könnte bald in den Swiss Leader Index (SLI) aufgenommen werden. Sogar das durchzogene Quartalsresultat liess den PS steigen.

Schindler zeigt sich in der derzeit schwierigen Phase robust, doch kann sich der Lifthersteller dem Umfeld nicht entziehen. Wie kürzlich bekannt gegeben wurde, musste im 1. Quartal ein deutlicher Gewinnrückgang hingenommen werden. Die Hauptursache dafür ist das angekündigte Restrukturierungsprogramm im Umfang von 100 Mio Fr. Schindler musste einen Rückgang bei den Neuinstallationen verzeichnen. Der Auftragseingang flaute um 13,9% auf 1,9 Mrd Fr. ab. Vor allem in Spanien, Grossbritannien und den USA nehmen die Neuaufträge ab.

Das Service-Geschäft trotzt dem Abschwung. Der Umsatz konnte auf Vorjahresniveau gehalten werden. Die Analysten von Vontobel erwarten künftig ein kontinuierliches Wachstum bei den Service-Dienstleistungen und den Modernisierungen bestehender Liftanlagen.

Höhere Margen möglich

Die Experten schätzen, dass diese Bereiche jährlich um bis zu 4% zulegen könnten. Bereits jetzt machen die Neuinstallationen weniger als 50% des Umsatzes aus. Der Anteil könnte sich in den nächsten Jahren auf weniger als einen Drittel der Gesamteinnahmen reduzieren. Referenzprojekte an gigantischen Neubauten im asiatischen Raum, wie etwa dem 484 m hohen International Commerce Centre in Hongkong, sind deshalb auch als langfristige Investitionen zu sehen. Den Projekten folgen Service-Dienstleistungen.

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Die Verlagerung von den Neuinstallationen zu den Modernisierungen ist denn auch kein Nachteil für Schindler. Aktuelle Schätzungen zeigen, dass die Margen bei der Aufwertung bestehender Anlagen deutlich höher ausfallen als die von Neuinstallationen. Bei den Service-Aufträgen sind die Gewinnmargen sogar noch höher, wie die Vontobel-Analysten zeigen.

Konkurrenten folgen

Wichtige Konkurrenten von Schindler, wie etwa das zur United-Technologies-Gruppe gehörende Unternehmen Otis, und Kone dürften laut den Analys- ten von Vontobel folglich stärker unter dem schwierigen Umfeld leiden.

Kone versucht ebenfalls, verstärkt auf das weniger konjunkturabhängige Service-Geschäft zu setzen, es ist aber unklar, ob dies dem Unternehmen gelingt. Das 1.-Quartals-Ergebnis von Kone am 23. April wird Aufschluss geben. Ähnlich wie der Schindler-PS beweist die Aktie von Kone ihr defensives Potenzial und konnte in diesem Jahr bereits 10% zulegen.

IT-Tochter bereitet kaum Sorgen

Schindler ist mit 64% an Also beteiligt. Der IT-Logistiker konnte vor wenigen Tagen überraschend solide Zahlen berichten.

Der Schindler-PS notierte nach Bekanntgabe der Ergebnisse leicht stärker. Dies trotz des relativ geringen Einflusses von Also auf den Gesamtkonzern. Zwar gingen der Umsatz und auch der Gewinn des Unternehmens zurück, doch konnten die Zahlen die Markterwartungen übertreffen. Als Wermutstropfen erweist sich die starke Verankerung von Also in den baltischen Staaten. In dieser Region dürfte sich das IT-Logistikunternehmen mit einem verstärkten Abschwung konfrontiert sehen.

Insgesamt erwartet Also zwar einen weiteren Nachfrage- und damit verbunden einen Umsatzrückgang, doch rechnet das Unternehmen dennoch mit einem positiven Konzernergebnis 2009.

Service allein genügt nicht

Nicht nur das Geschäft von Schindler profitiert von wiederkehrenden Aufträgen. Die Aktie von Sicherheitstechniker Kaba verspürte in den letzten vier Wochen deutlichen Aufwind (+15%). Die vor wenigen Tagen angekündigte Reorganisation einiger Geschäftsbereiche wurde vom Markt begrüsst. Das Unternehmen profitiert davon, dass es nicht auf Neubauten angewiesen ist, sondern zwei Drittel des Umsatzes bei der Aufwertung bestehender Bauten generiert werden. Kaba kann dort wachsen, wo bereits eingesetzte Zutritts- und Datenerfassungssysteme nachgerüstet oder erweitert werden müssen.Der starke Nachfrageeinbruch bei den Textilmaschinen und den Automobilkomponenten hat zu deutlichen Einbussen beim Technologiekonzern Rieter geführt. Doch auch Rieter kann im Bereich Textilmaschinen mit dem Service- und Komponentengeschäft einen Umsatzanteil von 25 bis 30% generieren. Dieser Anteil ist jedoch zu gering, um den heftigen Einbruch beim Maschinenabsatz wettzumachen.

Schindler bleibt beliebt

Bei den Analysten steht daher Schindler derzeit am höchsten im Kurs. 70% der Experten würden den Partizipationsschein des Liftbauers kaufen. Damit sticht das Schweizer Unternehmen den finnischen Konkurrenten Kone aus. Dieser wird nur von rund der Hälfte der Analysten empfohlen.

Bei Kaba, OC Oerlikon und Rieter empfiehlt die Mehrheit der Experten, die Aktie zu halten.