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Kuoni-Aktie durch Umbaupläne beflügelt

Reisebüro von Kuoni: Abschied aus dem Reiseveranstaltergeschäft.   Keystone

Die Investoren begrüssen Kuonis Plan, sich aus dem Reiseveranstaltergeschäft zurückzuziehen. Die Aktie legt deutlich zu. Analysten sagen Kuoni jedoch einen schwierigen Verkaufsprozess voraus.

Veröffentlicht am 14.01.2015

Die Kuoni-Aktie ist nach Bekanntgabe der Konzernumbaupläne klar gestiegen. Nachdem sie beim ersten Handelsgeschäft nach Bekanntwerden des Konzernumbaus 9,8 Prozent teurer als am Vorabend gehandelt wurden, gab der Kurs danach wieder leicht nach. Um 10.50 Uhr stand er sich aber immer noch 6,17 Prozent im Plus bei 331,25 Franken.

Offensichtlich versprechen sich die Investoren aus dem Verkauf des Reiseveranstaltergeschäfts eine bessere Rendite auf ihrem bei Kuoni investierten Kapital.Auch Analysten bewerteten den Verkauf des Reiseveranstaltergeschäfts und die Fokussierung auf die anderen drei Sparten als positiv. Gleichzeitig rechnen sie aber auch damit, dass Kuoni ein schwieriger Verkaufsprozess bevorsteht.

Vontobel: Ein Meilenstein

Im Marktkommentar der Zürcher Kantonalbank hiess es beispielsweise, die Konzentration auf die Wachstumsbereiche werde grundsätzlich begrüsst. Vor allem im Grossistengeschäft mit Hotelbetten erwartet der zuständige Analyst jedoch anhaltend starke Konkurrenz von den globalen grossen Mitbewerbern. Kuoni bleibe hier ein eher kleiner Player und mittelfristig fehle ihm möglicherweise die kritische Masse.

Der Analyst von Vontobel sieht den Schritt als einen wichtigen Meilenstein in der Geschichte des Unternehmens. Mit der Konzentration auf das profitablere Kerngeschäft erwartet er einen höheren Gewinn bei geringerem Kapitaleinsatz. Bei der Bank J. Safra Sarasin wird der Verkauf des Reiseveranstaltergeschäfts im derzeitigen Umfeld als eine Herausforderung bezeichnet.

2,8 Prozent weniger Umsatz

Kuoni will aus dem Reiseveranstaltergeschäft aussteigen und sich auf Dienstleistungen für die globale Reiseindustrie und für Regierungen fokussieren. Neu werde sich Kuoni auf die Bereiche Global Travel Distribution (GTD), Global Travel Services (GTS) und VFS Global, die für rund 60 Prozent des aktuellen Nettoumsatzes stehen, konzentrieren.

2014 hat Kuoni eine Umsatzeinbusse um 2,8 Prozent auf 5,51 Milliarden Franken hinnehmen müssen. Auf dem Resultat lastete das Veranstaltergeschäft, das Kuoni nun verkaufen will. In den drei Sparten, die Kuoni weiterführt, resultierte dagegen ein Umsatzplus um 1,1 Prozent auf 3,44 Milliarden Franken. Organisch - das heisst in Lokalwährungen gerechnet und ohne Akquisitionseffekte - ging der Umsatz im ganzen Konzern allerdings um 0,1 Prozent zurück, wie Kuoni aufgrund ungeprüfter Zahlen mitteilte

Lesen Sie hier auch, wie der Aufstieg von Kuoni zum Weltkonzern begann.

(reuters/sda/tno/ama)

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