Die Beteiligungsgesellschaft EQT lanciert eine Übernahmeangebot für Kuoni. Damit wird nun umgesetzt, was bereits im Raum stand. Der Kuoni-Verwaltungsrat als auch die Ankeraktionärin, die «Kuoni und Hugentobler-Stiftung» begrüssen dieses Angebot.

Die skandinavische Beteilungsgesellschaft EQT hat angeboten, sämtliche im Publikumsbesitz befindliche Namensaktien für 370 Franken zu übernehmen. Das Angebot entspreche einer Prämie von 60 Prozent auf dem unbeeinflussten, volumengewichteten Durchschnittskurs der Kuoni Aktien während der letzten 60 Tage vor dem Tag, als Kuoni Gespräche mit möglichen Übernahmeinteressenten bestätigte, teilte EQT am Dienstag mit.

«Best-Case»-Szenario

Die Papiere von Kuoni notierten um 11.30 Uhr 19 Prozent höher bei 363 Franken. Gehandelt wurde bereits ein Vielfaches des durchschnittlichen Tagesvolumens der letzten Wochen. Der SPI verlor zur gleichen Zeit knapp 1,5 Prozent.

Positiv angetan zeigen sich die Analysten vom gebotenen Preis. 370 Franken entspreche fast dem «Best-Case»-Szenario, schreibt beispielsweise die ZKB. Für Baader Helvea liegen die 370 Franken um 8 Prozent über der eigenen Bewertung auf Basis der Einzelteile. Natixis und Vontobel sprechen von einem «attraktiven» Preis.

Aktie wird dekotiert

Der Verwaltungsrat unterstütze das Angebot, teilte Kuoni in einer separaten Mitteilung mit. Die geplante Transaktion solle durch ein freiwilligen öffentliches Kaufangebot vollzogen werden. Kuoni wird in diesem Zusammenhang von der Börse genommen werden, die Aktie dekotiert.

Kuoni hatte sich selber radikal umgebaut. Das gesamte Geschäft mit der Organisation und dem Vertrieb von Reisen für Privatpersonen wurde oder wird verkauft. Das europäische Reiseveranstaltergeschäft ging an den deutschen Rewe-Konzern. Zwei der drei verbliebenen Sparten verkaufen Reisekomponenten an andere Reisefirmen, die dritte bearbeitet im Auftrag von Regierungen Visa-Anträge. Im Zuge des Konzernumbaus war auch die Konzernspitze ausgetauscht worden.

(sda/gku/cfr)