Für Markus Akermann, CEO des Zement-Konzerns Holcim, ist es mehr als nur ein Ärgernis. «Die Frachtkosten im maritimen Verkehr haben sich verdreifacht. Das macht uns Sorgen», gestand er jüngst im Interview mit der «Handelszeitung». Nicht nur dem Holcim-Chef geht es so weltweit sind die Kosten für Seetransporte in atemberaubendem Tempo gestiegen. So kletterte der Baltic Dry Freight Index, der die weltweiten Seefrachtkosten abbildet, dieses Jahr um 132% auf ein neues Allzeithoch (siehe Grafik).

Kapazitäten 2008 ausgebucht

Sehr zur Freude der Schifffahrtsgesellschaften und Hafenbetreiber. In der Transportbranche gehören sie zu den unmittelbarsten Gewinnern der Globalisierung. Seit 2005 läuft die Rechnung voll zu ihren Gunsten: 90% der weltweiten Warentransporte werden über den Seeweg abgewickelt. Besonders auf den Routen nach den Schwellenländern Asiens nehmen die Volumen rasant zu. Dem gegenüber stehen begrenzte Kapazitäten der 2008 zur Verfügung stehende Frachtraum ist schon heute zu 95% ausgebucht. Vom Nachfrageüberhang haben auch die Investoren kräftig profitieren können. Die Aktie der dänischen Schifffahrtsgesellschaft AP Moeller Maersk stieg 2007 trotz Subprime-Krise um über 15%. Dieser Tage hat sich aber die Anlegerstimmung verdüstert. Der Grund: Kommt es zu einer starken Abkühlung der Wirtschaft in den USA, wie es die Märkte heute befürchten, würden die Transporteure dies rasch spüren. «Der Bereich Seefracht ist sehr konjunktursensitiv», bestätigt Markus Mächler, Aktienanalyst bei Credit Suisse, die Ängste der Investoren. Dazu passt, dass sich die globalen Frachtraten deutlich verbilligt haben.

Nachfrage überwiegt noch

«Der Boom ist schon weit fortgeschritten», räumt Mächler ein. Er rechnet jedoch damit, dass Kapazitätsengpässe in den nächsten zwei Jahren die Preise für Seefracht hochhalten werden. «Wir sehen ein Nachfragewachstum von über 8%, die zusätzlich verfügbaren Transportkapazitäten dürften dagegen nur um 7% zunehmen», so Mächler. Das zeigt: Potenzial ist vorhanden es muss jedoch aktiv gesucht werden.

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Schifffahrt: Die meisten Schiffsbetreiber ? und auch die Charterer wie Kühne + Nagel ? sind an den Börsen schon hoch bewertet. Das rückt die Wachstumstitel Asiens ins Rampenlicht, so die chinesischen Cosco und China Shipping Development. Häfen: Die Nadelöhre des Welthandels sind wahre Goldadern, solange die Wirtschaft wächst. Interessant sind Werte mit Ausbaupotenzial, etwa Dubai Ports, die beim IPO im November 15-fach überzeichnet wurden. Oder Hutchison Whampoa, der grösste Hafenbetreiber der Welt. • Spezialisten: Der Genfer Warenprüfer SGS ist überall dabei, wo Fracht umgeschlagen wird – und wächst mit dem Welthandel mit.

Die Fahrt ins offene Wasser wagen  als Eigner oder Index-Investor

Vom sicheren Land aus ins Reederei-Geschäft einsteigen: Möglich ist dies mit besonders in Deutschland beliebten Schifffsbeteiligungen. Wer einen solchen Anteil kauft, wird Miteigner des Schiffs und kommt in den Genuss der damit eingefahrenen Erträge. Gemäss der Berner Swiss Invest Group, die solche Vehikel auch in der Schweiz anbietet, lässt sich mit den geschlossenen Beteiligungsfonds eine jährliche Performance von bis zu 8% erzielen. Beim im vergangenen Jahr aufgesetzten offenen Fonds Swissship One liegt die Performance seit Oktober 2006 mit 9,45% leicht höher. Gegenüber den illiquiden geschlossenen Fonds bietet der Swissship One volle Handelbarkeit allerdings muss die Eidgenössische Bankenkommission (EBK) das Produkt erst noch absegnen.

Breit diversifiziert auf Frachtschiffaktien setzen lässt sich hingegen mit dem Open-End-Zertifikat auf den ABN Amro Total Return Shipping Index (Valor 2443059)