Die Aktie des Rückversicherers Swiss Re hat sich seit dem Tief vom März fast verdreifacht. Dahinter steht eine deutlich verbesserte Kapitalausstattung. Beim 1.-Halbjahres-Ergebnis 2009 wies Swiss Re einen Anstieg des überschüssigen Kapitals von 1,8 Mrd auf 4,5 Mrd Fr. aus und damit deutlich mehr als die von der Rating-Agentur Standard & Poor’s geforderte Kapitalausstattung für die angestrebte AA-Bonitätsschwelle.

Doch die Sache hat einen Haken. «Im gleichen Zeitraum ist der Wert des Aktienkapitals lediglich um 212 Mio Fr. gestiegen», kommentiert Credit-Suisse-Analystin Merryleas Hyde in einer Studie. Das entspricht dividendenbereinigt einem Anstieg von 1% und sei vor allem auf günstige Wechselkursentwicklung zurückzuführen.

Keine Steigerung des Buchwertes

Die wichtigsten Konkurrenten, Munich Re, Scor und Hannover Re, steigerten ihre Buchwerte im gleichen Zeitraum um 5 bis 9%. «Das gestiegene überschüssige Kapital vergrössert einfach die Gewissheit, dass Swiss Re die Wandelanleihe von Berkshire Hathaway zurückzahlen kann. Doch der unveränderte Buchwert bedeutet, dass das Kapital auf der Höhe von Ende 2008 verbleibt», so Hyde.

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Swiss-Re-Sprecherin Simone Lauper verweist auf Anfrage auf die Unterschiede der Bewertung von Verbindlichkeiten. Dabei komme es darauf an, ob man US GAAP zur Berechnung des Eigenkapitals/Buchwertes oder das S&P Capital Model zur Berechnung des Überschusskapitals anwendet.

Für die am 3. November fälligen 3.-Quartals-Zahlen erwartet Hyde einen Verlust bei Swiss Re aufgrund der Kosten des Hedging von Anlagen. Und für das Gesamtjahr rechnet sie gar mit 398 Mio Fr. Verlust.