Der Nasdaq-Biotechnologieindex, das am meisten beachtete Börsenbarometer für diese Branche, hat in diesem Jahr 11% zugelegt im Sektorvergleich eine grosse Ausnahme. Seit Ausbruch der Kreditkrise Ende Juli 2007 gewann dieser Index 15%. Zum Vergleich: Der Dow Jones Industrial, der bekannteste US-Aktienindex, hat in diesem Jahr 11% verloren und liegt 14% tiefer als noch vor einem Jahr.

Dahinter steht nicht nur die operative Leistung dieser Firmen. Denn seit Sommer 2003 waren die Leitindizes, der Nasdaq- und der Amex-Biotechnologieindex, kontinuierlich gefallen. Attraktiv wurde die Branche vielmehr durch die in den letzten Wochen angekündigten Übernahmen von Roche (Ziel ist Genentech), Fesenius (APP), Daiichi Sankyo (Ranbaxy) oder Shire (Jeniri). Übernahmefantasien sind momentan entscheidender als neue Rezepturen aus den Labors. Wobei jedoch gilt, dass vielversprechende erste Tests eines neuen Medikaments eine Übernahme erst attraktiv machen können. Für Anleger bestehen mehrere Möglichkeiten, am Potenzial des Biotech-Sektors zu partizipieren. Weitaus am besten gehalten haben sich in den letzten zwölf Monaten die Indextracker.

Tracker auf den Amex-Biotech-Index sind von ABN Amro, Goldman Sachs und der UBS begeben worden. Der Tracker AMXOE beispielsweise liegt, trotz erodierender Dollarkurse, 9% im Plus im Vergleich zum Juli 2007, der Schein BTKOP verlor 3% in den letzten zwölf Monaten und der in Dollar denominierte BTKEY-Tracker gewann sogar 10%.

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Alternativ zur BB-Biotech-Aktie, die selber einem Aktienbasket nahekommt, bietet die Deutsche Bank acht Discount-Zertifikate auf diese Aktie an. Mit solchen Produkten fahren Anleger besser als mit der Aktie, wenn der Basiswert seitwärts oder leicht schwächer tendiert.

Baskets liegen hinter den Indizes

Einige Anbieter haben Aktienkörbe lanciert. Die Basler Kantonalbank BKB hat den Basket BKBSB auf Schweizer Biotech-Aktien emittiert; hier sind alle zehn an der SWX gelisteten Biotech-Aktien (Actelion, Basilea, Speedel, Arpida, Cosmo, Cytos, Addex, Santhera, BioXell und Newron) enthalten.

Der Basket ist breit genug, dass mögliche Übernahmefirmen enthalten sind, aber auch so schmal, dass sich Übernahmen bemerkbar machen. Als Anfang Juli bekannt wurde, dass Speedel übernommen wird, sprang auch der Preis des Baskets von 82 auf 95 Fr. und verringerte dadurch deutlich die Differenz, die sich seit dem März zwischen dem Basket und dem SMI gebildet hatte. Baugleich ist ZKB-Swiss-Biotech-Basket III mit dieser Aktienauswahl (Kürzel SWBIO), seit Februar ist ein Rückstand von 16% gegenüber dem Emissionspreis eingehandelt worden.

Die gleichen Basiswerte sind auch Bestandteile des von Sara- sin begebenen Biotech-Baskets BSBIO. In den letzten zwölf Monaten erodierten indes die Kurse um 30%, der SMI verlor lediglich die Hälfte. Auch die Aktienbaskets von HSBC (TBBIC), UBS (UBBIO) und Vontobel (VZCEB) haben seit einem Jahr Rückstände von rund 30% eingefahren.

Vorsicht bei Titelauswahl

Das mit Abstand beste Investment für die Branche sind demnach seit Ausbruch der Kreditkrise die Index-Tracker gewesen. Anleger, die aber weitere Branchen-Konsolidierungen und/oder eine Trendwende bei den niedrigen Aktienkursen erwarten, können jetzt auch bei den Baskets selektiv zukaufen. Hier ist auf einen möglichst hohen Anteil «echter» Biotech-Aktien zu achten – denn sonst kaufen Anleger de facto einen Pharmabasket, bei dem die Übernahmefantasie viel geringer ist.