Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Freitag zur Mittagszeit immer noch deutlich unter dem Vortageskurs. Neue negative Schlagzeilen über die Deutsche Bank sorgten bereits im US-Handel am Vorabend für Unruhe. Diese schwappte dann auch in der Nacht auf die Börsen in Asien über sowie auf die europäischen Aktienmärkte. Allerdings konnte sich der SMI mittlerweile etwas von seinem Tief bei 8020 Punkten am Morgen erholen.

Im Hinterkopf der Investoren bleiben zudem die Geldpolitik des US-Fed sowie die anstehende US-Präsidentschaftswahl. Mit dem anstehenden Beginn des vierten Quartals wäre indes eine günstige Zeit für Anleger, Positionen zu überprüfen und sicherzustellen, dass sie mit ihren Portfolios adäquat positioniert sind, heisst es in einem Marktkommentar. Am Nachmittag könnten noch der US-Einkaufsmanagerindex in der Region Chicago sowie das Konsumklima der Universität Michigan von Interesse sein.

SMI über 1,2 Prozent im Minus

Der Swiss Market Index (SMI) verliert gegen 11.50 Uhr 1,21 Prozent auf 8065,82 Punkte. Auf Wochensicht zeichnet sich damit ein Minus von 2,5 Prozent ab und für den zu Ende gehenden Monat September ein solches von 1,6 Prozent. Auf Quartalsbasis steht der Leitindex allerdings rund 45 Punkte über dem Stand Ende des zweiten Quartals.

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Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt 1,17 Prozent auf 1224,20 ab und der breite Swiss Performance Index (SPI) 1,08 Prozent auf 8806,41. Die 30 wichtigsten Titel stehen bis auf vier allesamt im Minus. Weiterhin führen Credit Suisse (-3,0 Prozent) die Verlierer mit Abstand an, aber auch UBS (-2,2 Prozent) und Julius Bär (-1,4 Prozent) geben ab, so auch weitere Finanztitel wie Swiss Life (-2,0 Prozent), Zurich (-1,8 Prozent), Bâloise (-1,5 Prozent) und Swiss Re (-1,2 Prozent).

Hedgefonds steigen aus bei Deutscher Bank

Zehn Hedgefonds haben ihr Derivate-Geschäft mit der grössten Deutschen Bank ganz oder teilweise reduziert, wie verschiedene Medien berichteten. Zu ihnen gehören Millennium Partners, Capula Investment und Rokos Capital Management. Das Deutsche Bank steht derzeit stark unter Druck, weil ihr von der US-Justiz im Hypotheken-Streit eine Rekordstrafe von 14 Milliarden Dollar angedroht wurde.

In Reaktion auf die neuerlichen News brach die Aktie bereits im US-Handel ein und fiel an der Deutschen Börse am Freitag erstmals unter 10 Euro. Die Deutsche Bank erklärte hingegen, der Vorgang um die Hedgefonds sei normal, und es seien gleichzeitig andere grosse Investoren bei der Bank eingestiegen. Insgesamt hielten mehr als 800 Fonds dem Unternehmen die Treue.

Entlastung für Grossbanken

Der Bundesrat will unterdessen den Eigenkapitalaufbau systemrelevanter Schweizer Banken steuerrechtlich erleichtern. Am Freitag wurde das Finanzdepartement beauftragt, eine Vernehmlassungsvorlage zur Anpassung des Beteiligungsabzugs im Zusammenhang mit der «Too-big-to-fail»-Gesetzgebung auszuarbeiten. Die Steuerbelastung aus gewissen Finanzinstrumenten solle reduziert werden. Die Credit Suisse, die UBS, die ZKB, Raiffeisen und Postfinance gelten als systemrelevant.

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Galenica (-2,3 Prozent) gehören mit zu den grössten Verlieren, nachdem Credit Suisse das Kursziel für die Aktien gesenkt hat. Nach einer Phase, in der die Bank ein Restricted-Rating hatte, wurde die Bewertung zudem wie zuvor mit Neutral wieder aufgenommen. Der zuständige Analyst führt einige Herausforderungen und Risiken an.

Grössere Verluste verbuchen zudem die schwergewichtigen Novartis (-1,8 Prozent) und Roche (-1,3 Prozent), die Einbussen bei Nestlé (-0,6 Prozent) sind etwas moderater. Deutlicher tiefer stehen zudem noch Adecco (-2,0 Prozent) und LafargeHolcim (-1,6 Prozent).

(awp/mbü)