SWISS RE. Noch vor kurzem überschritt die Aktie des weltgrössten Rückversicherers Swiss Re die charttechnisch wichtige Marke von 100 Fr. Nun hat sich die Perspektive völlig verändert: Heute liegt die psychologischen wichtige Barriere bei nur noch 80 Fr. Am Dienstag eröffnete die Aktie bei 79 Fr., was Zeichen dafür ist, dass die Swiss-Re-Konzernspitze das Vertrauen der Finanzmärkte noch nicht wiedergewonnen hat.

Für weitere Verunsicherung sorgt ein kritischer Report der Credit Suisse, die das Kursziel von 120 auf 107 Fr. reduziert hat und die Aktie mit «Halten» einstuft. Doch auch die Credit Suisse stellt fest, dass der Kurssturz der Swiss-Re-Dividendenpapiere eine Überreaktion des Marktes sei.Diese Überreaktion erscheint allerdings verständlich. Denn der Markt wurde mit dem 1,2-Mrd-Fr.- Subprime-Abschreiber auf dem linken Fuss erwischt. Dies umso mehr, als Swiss-Re-CEO nicht nur den Konzern, sondern die gesamte Branche umkrempeln will und sich mit der Auslagerung jeder Art von Risiken an den Finanzmarkt auf neues Terrain wagt. Kein Wunder, wenn die deutschen Rückversicherer zurzeit betonen, dies sei kein Branchen-, sondern ein Swiss-Re-Problem. Elke König, Finanzchefin der Hannover Re, sagt: «Diese Sache bei der Swiss Re ist vermutlich nicht die Spitze des Eisberges, sondern eher ein individueller Fall.» Die Münchener Rück zeigt sich von der US-Immobilienkrise weiterhin unbeeindruckt. Derweil warten Swiss-Re-Anleger auf den Investorentag vom 11. Dezember 2007 und hoffen auf Entwarnung.