Google geht den IT-Riesen direkt von vorn an: Die Suchmaschinenbetreiberin lanciert mit Chrome einen eigenen Browser. Dieses Produkt, das technologisch auf dem auch weiterhin von Google unterstützten Firefox-Browser aufbaut, ist ein Angriff auf den 72%- Marktanteil von Microsoft im Browser-Markt.

Das Schlachtfeld von morgen

Mit dem eigenen System Explorer setzte bisher Microsoft hier die Standards für den Aufbau von Webseiten und lenkte so – über entsprechende Vorinstallationen – mehr Verkehr auf die eigenen Internet-Applikationen. Solche Applikationen, die keinen Programmcode mehr auf der Festplatte des Users benötigen, gelten als das Schlachtfeld von morgen.

«Wenn Google mit Chrome erfolgreich ist und seine Position über den Browser zementiert, könnte das die Betriebssystem-Basis von Microsoft empfindlich treffen», meint Jefferies-Analyst Youssef Squali. Denn der Browser ist auch eine Web-Plattform, welche die Programme und Betriebssysteme von Microsoft überflüssig machen kann. Und das hätte gravierende Folgen für die Gewinnbasis, den Aktienkurs und die Derivatepreise von Microsoft.

Anzeige

Dabei ist die Aktion von Google auch als Retourkutsche zu sehen. Denn als Microsoft kürzlich die Beta-Version ihres jüngsten Explorer-Browsers freigab, stach Analysten und Experten sofort ein Feature ins Auge: Mit der Datenschutz-Option für die Version 8 kann Google von den Informationen über die Internet-Aktivitäten seiner Benutzer abgeschnitten werden. Solche Daten sind für Google immens wichtig, weil das Unternehmen damit die Placierung seiner kontextbezogenen Werbung und die Segmentierung der User für eine möglichst hohe Trefferquote steuert. Und über Werbung erzielt Google nach wie vor über 90% seines Umsatzes.

Wer hier die Wettbewerbposition von Google schwächt und eine Neuverteilung der Werbegelder fördert, mischt auch die Karten für den Aktienkurs und für die vielen auf Google basierenden Derivate neu. Google und Microsoft sind zudem anfällig auf Veränderungen des wirtschaftlichen Umfelds. Google spürt den schwachen Werbemarkt. Microsoft könnte niedriger als erwartet ausfallende Vista-Betriebssystem- und Office-Verkäufe sehen.

Anleger haben für Google die Wahl zwischen 116 Hebelprodukten und einem Dutzend strukturierter Produkte für die Umsetzung ihrer Anlageszenarien. Ein empfehlenswerter Put ist GOOVV mit Ausübungspreis am aktuellen Kursniveau und Laufzeit bis März 2009. Bei den vier Barrier-Reverse-Convertibles sind die Barrieren alle verletzt worden, defensive Anleger können deshalb den Bear Defender Bonus VZBGO kaufen.

Microsoft weniger volatil

Microsoft ist ihrerseits in zahlreichen Multi-Produkten enthalten und dürfte aufgrund der niedrigen Volatilität – sie liegt mit 40 zehn Punkte tiefer als bei Google nicht die Barrieren reissen. Das einzige Hebelprodukt mit etwas Umsatz ist aktuell der Put MSFJF, wer auf tiefere Kurse setzt, kann auch MSFPA oder MSFPB ins Auge fassen. Bei den drei Barrier Reverse Convertibles VON8ON, RCMIL und RCMIS sind die Barrieren noch nicht verletzt worden, diese liegen noch mindestens 20% unter den aktuellen Notierungen.

Anzeige

Die Caps der beiden noch in diesem Jahr verfallenden Discounter DB0JQS und DRCOR liegen hingegen 10 bis 15% über dem aktuellen Kurs.