Das Volumen an Private-Equity-Kapital ist seit dem Höhepunkt vor zwei Jahren deutlich geschrumpft. Laut einer Schätzung von «Private Equity Insight» flossen im 1. Quartal rund 3 Mrd Euro in diese Anlagen, gut 25 Mrd Euro weniger als noch im Vorjahresquartal und über 60 Mrd weniger als zu den allerbesten Zeiten. Und auch die ersten Schätzungen für April und Mai weisen mit einem Zufluss von 1,5 Mrd Euro auf eine Fortsetzung des Krebsgangs hin. Immerhin fliesst laut den Analysten von Goldman Sachs auch nicht übermässig viel Geld ab. Institutionelle Investoren haben ihre prozentualen Anteile an Private-Equity-Anlagen laut einer Umfrage von Goldman Sachs konstant gehalten und 2009 sogar etwas erhöht.

Partners Group gibt Hinweise

Einen ersten Anhaltspunkt zur Anlagetätigkeit der Branche bekommen Anleger diesen Freitag. Dann wird Partners Group, eine auf die Verwaltung von alternativen Anlagen wie Private-Equity-Kapital spezialisierte Firma, über die Höhe der verwalteten Vermögen nach Abschluss der 1. Jahreshälfte berichten. Das 1.-Halbjahres- Ergebnis ist erst zwei Monate später fällig.

«Wir erwarten für das Halbjahresergebnis 2009 24,7 Mrd Fr. gegenüber 24,4 Mrd Fr. per Ende 2008», sagt Vontobel-Analystin Teresa Nielsen. Sie geht von einem Netto-Neugeldzuwachs von 0,8 Mrd Fr. aus. Partners Group hatte einen Brutto-Neugeldzuwachs von 3 bis 4 Mrd Fr. angekündigt, doch dürfte dieser durch Abflüsse von Kundengeldern und den negativen Einfluss der Finanzmärkte erheblich reduziert werden.

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Bei Partners Group soll sich die Rezession laut den Analysten von Goldman Sachs in Form von Abschreibungen von rund 20% bemerkbar machen. Wegen der Besonderheiten der Regelungen der Verwaltungsentschädigungen werde sich dies nur begrenzt auf den Umsatz im laufenden Jahr auswirken, so die Analysten. Sie erwarten aufgrund der sich verlangsamenden Mittelabflüsse, der potenziell schwachen Performance in einigen Bereichen sowie der ungünstigen Währungsrelationen eine einigermassen unveränderte Höhe des investierten Kapitals.

Angesichts der niedrigen historischen Bewertung - aktuell wird das 13-Fache des Gewinns pro Aktie per 2010 bezahlt - empfehlen etliche Analysten Partners Group zum Kauf.

Mittel fliessen in Hedge-Fonds

Skeptischer sind die Analysten bezüglich Hedge-Fonds-Firmen wie Gottex oder Man Group, obwohl auch bei Hedge-Fonds laut den Analysten der Bank of America im Mai wieder Mittel eingeflossen sind und der CS-Tremont-Branchenindex Ende Mai 6,7% höher stand als zu Jahresbeginn.

Bei Gottex erholte sich die Aktie seit dem Jahresbeginn um optisch ansprechende 115%, aber Anleger, die schon länger dabei sind, haben in den letzten zwölf Monaten 80% ihres Aktienwertes verloren. Hier erhalten die Investoren am 22. Juli erste Hinweise über den aktuellen Geschäftsgang. Einige «Flagship»-Fonds wurden wieder geöffnet und laut den Analysten der Citigroup verzeichnet Gottex wieder etwas Mittelzuflüsse. Sie setzen bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 17 per 2010 ein Kursziel von 7.50 Fr. und setzen die Aktie auf «neutral».

Und auch für die Man Group sind die Analysten wieder etwas positiver gestimmt. Anleger, welche die RMF-Investment-Management-Firma aus Pfäffikon kennen, werden ab September auf die Man-Webseiten weitergeleitet - ein weiteres Zeichen der Integration in die Man Group. Stellvertretend für viele haben die Experten von Fox-Pitt Kelton die Man-Aktie wieder auf «Halten» hochgestuft, weil auch hier wieder höhere Mittelzuflüsse von Privatanlegern und ein gutes Vertriebsnetz die Perspektiven aufhellen. Allerdings floss von institutionellen Anlegern viel Geld ab, und so hat auch hier die steile Erholung der letzten vier Monate viele positive zukünftige Entwicklungen vorweggenommen. Für das nächste Jahr erwarten die Analysten von Fox einen Gewinn von 30 Cent pro Aktie, woraus sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14 ableitet.

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