Schwere Zeiten für die deutschen Solarhersteller Q-Cells, Solarworld und Ersol. Firmen aus China, Taiwan und Südkorea produzieren billiger und haben ihre Fertigungskapazitäten in den letzten Monaten deutlich ausgebaut. Und auch die Solarsparte von OC Oerlikon dürfte in den kommenden Jahren den Druck aus Asien vermehrt spüren, denn chinesische Firmen steigen in die Dünnschichttechnologie ein und zwingen Hersteller aus den westlichen Hochpreisländern zu Produktionsverlagerungen und/oder massiven Kostensparplänen.

Schwere Zeiten für Anleger

Die Solarworld-Aktie notiert drei Viertel unter den Höchstständen vom Sommer 2007. Kaum besser abgeschnitten hat der vom Indexanbieter S-Box berechnete Solar-Index. Die China-Variante des Index hat sich seit März zwar mit dem Boom an einigen asiatischen Börsen mehr als verdoppelt, dennoch liegt der Index im Jahresvergleich mit 70% im Minus.

Seit März haben sich die Kurse vieler indexnaher Anlagen wie Indextrackerzertifikate oder Aktienbaskets fast wieder verdoppelt. Wer aber beispielsweise die drei Tracker SOLAR (auf Frankenbasis), SOLEU (in Euro) und SOLUS (in Dollar) auf den ABN Solar-Energy-Index gekauft hat, machte den Einbruch der letzten zwölf Monaten nur leicht gebremst mit - die Diversifizierung in mehrere Aktien aus der gleichen Branche reduzierte zwar das Gesamtrisiko, aber es brachte im Vergleich zur Direktanlage nur leicht geringere Verluste, weil hier viele Solaranlagenhersteller mit denselben Problemen zu kämpfen haben. Dasselbe gilt für die Solaraktienbaskets und Indexvehikel BKBSO, JBSOL, SOLDE, SOLAF oder BSSOL. VZSOR ist erst seit Juli erhältlich.

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Wer Produkte mit Teilschutz gekauft hat (Bonus-, Discount- oder Reverse-Convertible-Strukturen), sah seine Barrieren in der Regel gerissen. Zu den besten Zeiten winkten den Besitzern von Multi-Asset-Strukturen zwar optisch höhere Coupons, aber die Korrelationsrisiken wurden von Anlegern und vielen Banken unterschätzt.

Während des massiven Rückgangs zwischen September 2008 und März 2009 profitierten lediglich die Put-Besitzer. So stehen Scheine wie DB99ED oder DB28PR deutlich im Plus. Umgekehrt profitierten vor allem die Call-Besitzer vom Anstieg seit dem Frühjahr. Etliche Emittenten haben für den deutschen Markt neue Call- und Put-Warrants bzw. Mini-Futures in der Long- und Short-Variante ausgegeben, bei denen die Ausübungspreise in der Nähe der aktuellen Notierungen stehen. Die nach wie vor hohe Volatilität der meisten Solarwerte sowie die sich jetzt ergebenden Tradingmöglichkeiten machen die Mini-Futures attraktiver als die Warrants, weil bei diesen Zertifikaten die implizite Volatilität, sonst ein wichtiges Element der Preisberechnung, keine Rolle spielt.

Vorsichtige Anleger können die Branchen- und Indexprodukte auch auf dem Sekundärmarkt kaufen. Bereits der in Solar- und Windenergiewerte investierende SOWIN-Schein bringt durch die Diversifizierung eine gewisse Sicherheit. Defensive Produkte mit Teilschutz werden in Deutschland angeboten. Auf dem Hintergrund der gemischten Zukunftsaussichten liegen Reverse-Bonusstrukturen, mit welchen auch bei fallenden Kursen Geld verdient werden kann, nahe. Ebenfalls vergleichsweise defensiv sind Discount-Zertifikate auf Solarindizes.