Der überraschende Abbruch der Zusammenarbeit mit der Fondsgesellschaft DBS hat die Aktien von Leonteq einbrechen lassen. Der Titel der Derivat-Boutique sackte am Donnerstag in einem schwächeren Gesamtmarkt um 25 Prozent auf 88 Franken ab.

Die Zusammenarbeit mit DBS werde aufgrund von unterschiedlichen Interessen betreffend des Geschäftsmodells beendet, teilte Leonteq mit dem Jahresabschluss mit. Die Firma sei zuversichtlich, weiteres gesundes Wachstum zu erzielen. Leonteq hat 2015 den Konzerngewinn um zehn Prozent auf 68,6 Millionen Franken gesteigert und will die Dividende auf 1,75 (Vorjahr: 1,50) Franken je Aktie erhöhen.

Auch interessant
 
 
 
 
 
 

Im Vorjahr noch 61 Prozent mehr Gewinn

Die Ergebnisse für 2015 seien robust, wenn auch etwas unter den Erwartungen des Managements, sagte Leonteq-Chef Jan Schoch gemäss einer Mitteilung vom Donnerstag. Zum Vergleich: Im Vorjahr schoss der Gewinn noch um 61 Prozent in die Höhe.

Haupttreiber für das letztjährige Umsatz- und Gewinnwachstum war das Plattformpartner-Geschäft (Finteq), wie es weiter hiess. Die Partner von Leonteq vertreiben Anlageprodukte über die IT- und Investmentservice-Plattform des Unternehmens. Das Geschäft mit eigenen Anlageprodukten will Leonteq hingegen zurückfahren.

Deutlicher Rückschlag

Neue Kooperationen hat Leonteq etwa mit der Aargauischen Kantonalbank sowie der britischen Grossbank Standard Chartered vereinbart. Die Zusammenarbeit mit der südostasiatischen Bank DBS wird hingegen beendet, «aufgrund unterschiedlicher Interessen bezüglich Geschäftsmodell und Exklusivität». Im Vergleich zu 2015 soll das Aus aber keine finanziellen Einbussen bringen, wie es in der Mitteilung heisst.

Der Abbruch der Zusammenarbeit mit DBS kommt überraschend. DBS sei zwar nur für sechs Prozent der Transaktionsvolumina verantwortlich. Die meisten Analysten dürften DBS aber als Hauptwachstumstreiber gesehen haben, schrieb die Zürcher Kantonalbank (ZKB). Dies sei ein deutlicher Rückschlag.

Leonteq ist an der Schweizer Börse Six kotiert. Grossaktionärin ist mit einem Anteil von 29 Prozent die Bankengruppe Raiffeisen mit ihrer Tochter Notenstein. Raiffeisen-Chef Patrik Gisel sowie der ehemalige Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz sitzen denn auch im Verwaltungsrat.

(reuters/sda/gku/ama)