Das schwierige Weihnachtsquartal für Logitech hatte sich bereits in den schwachen Eckdaten der US-Retailketten abgezeichnet. Die 3.-Quartals-Zahlen sind jetzt aber noch schlechter als die reduzierten Analystenerwartungen. So lag der Umsatz für das Weihnachtsquartal bei 627 Mio Dollar, 16% weniger als im Vorjahr. In den USA und in Europa brachen die Verkäufe mit -21 bzw. -19% stark ein. Lediglich beim Audio- und Videozubehör gab es Zuwächse. Die Bruttomarge schrumpfte auf 29,9% - Credit-Suisse-Analyst Christoph Gretler hatte mit 35,6% gerechnet. Der operative Gewinn fiel auf 43 Mio Dollar statt der erwarteten 82 Mio.

Wenig Aussicht auf Besserung

Auch für das laufende 4. Quartal ist laut dem Logitech-Management nicht mit einer Verbesserung zu rechnen. Gretler übersetzt das in einen Rückgang des Jahresumsatzes zwischen 1 und 5% und einem «substanziellen Rückgang» beim operativen Gewinn. Ein Sparprogramm soll die Kosten um 50 Mio Dollar und die Zahl der Stellen um bis zu 600 Plätze reduzieren. Stephan Gick, Analyst bei der Deutschen Bank, weist zudem auf das um 23% gestiegene Inventar hin. Ein fälliger Ausverkauf könnte die Margen belasten.

«Investoren werden sich jetzt auf den geänderten Ausblick und die daraus entstehenden Implikationen konzentrieren», erwartet Gretler weiter, «wir gehen deshalb davon aus, dass weitere potenziell schlechte Nachrichten und ein schwaches Momentum des Geschäftsgangs dominieren werden und erwarten für die Aktie weiteres Abwärtspotenzial.» «Logitech geht für die kommenden Monate sogar von noch schlechteren Bedingungen aus», kommentiert Gick, «die Firma machte jetzt einen Ausblick, wonach der Gewinn um 27% für das Gesamtjahr fallen dürfte.» Auch wenn die Schätzungen um 30% reduziert werden, bliebe die Aktie laut Citigroup-Analyst Timothy Shaw mit dem 15fachen der Gewinnerwartungen für 2010 und damit zu hoch bewertet. Die Aktie verlor im Vormittagsgeschäft gegen 10%.

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