Die weltgrössten Buy-out-Unternehmen könnten dieses Jahr 1 Mrd Dollar weniger Gebühren einnehmen, da Anleger genug Macht erlangt haben, um bessere Bedingungen zu diktieren. Die Buy-out-Firmen haben ihre Managementgebühren durchschnittlich von 1,91 auf 1,65% gesenkt. Das bedeutet, dass Anleger bei den insgesamt 472,8 Mrd Dollar schweren Private-Equity-Fonds 1,2 Mrd Dollar weniger Gebühren zahlen. Das ist das niedrigste Gebührenniveau für grosse Fonds (1 Milliarde Dollar oder mehr) seit 2004. Nick Arnold, Managing Director beim Datenanbieter Preqin, sagt: «Anleger sind in einer besseren Position als früher. Vor 18 Monaten waren Fondsmanager noch sehr gefragt. Heute tun sich die Firmen schwerer, Anleger zu einem Investment zu überreden.» Die Gebühren sind aufgrund fehlenden Interesses an den Fonds und der Frustration von Anlegern über die schlechte Performance einiger Portfolios gefallen.

«Druck ja, Sorge nein»

Jan Moulton, Chef der Buy-out-Firma Alchemy Partners, erklärt: «Druck ja. Sorge nein. Die armen Teufel werden mit dem Hundertfachen des Gehalts eines Arzts leben müssen. Das ist keine Tragödie.» Managementgebühren sind auch nur ein kleiner Teil des Einkommens. Sie sind vor allem gering verglichen mit der Rate übertragener Zinsen, die die Firmen erhalten und die etwa 20% ausmacht. Trotzdem - übertragener Zins kommt nur dann zum Tragen, wenn Anleger genügend Profit mit ihrem Investment machen. In der aktuellen Marktsituation ist das aber nicht so einfach.

Hedge-Fonds haben sich ebenfalls flexibel gezeigt. Nachdem sie im vergangenen Jahr Rekordverluste und Rückzahlungen verzeichnen mussten, reduzierten sie ihre fixen Gebühren von den normalen 2% der Vermögenswerte. «Die Managementgebühren sind leicht gefallen, und es gab Druck auf die Manager», sagt Ed Moisson vom Analysehaus Lipper. Seiner Meinung nach könnte die 1,3 Billionen Dollar schwere Branche den vielen Longonly-Fonds folgen, die ihre festgelegten Gebühren senken, wenn die Verluste ein vorher bestimmtes Niveau überschreiten.

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