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Manager-Abgang lässt Vontobel-Aktie abstürzen

Vontobel: Die Bank muss einen gewichtigen Abgang bekanntgeben. Keystone

Die Bank Vontobel verliert ihren Star-Manager Rajiv Jain. Das kommt an der Börse nicht gut an – die Vontobel-Aktien schlossen deutlich tiefer. Anleger befürchten einen Abfluss von Kundengeldern

Veröffentlicht am 07.03.2016

Der Abgang eines prominenten Fondsmanagers bei der Bank Vontobel kommt bei den Anlegern gar nicht gut an. Am Dienstagvormittag ist der Kurs der Aktie regelrecht eingebrochen und schloss fast 5 im Minus.

Nach Handelsschluss notierte das Vontobel-Papier noch bei 43 Franken, 4,86 Prozent unter dem Kurs von Vortag. Der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Performance Index (SPI) verlor dagegen nur 0,56 Prozent.

Gerüchte kursierten schon länger

Gerüchte, dass der Star-Fondsmanager Vontobel verlassen dürfte gab es immer wieder. Zuletzt wurden diese im Juni 2014 von einem Schweizer Finanz-Blog geschürt, was damals – bis zum Dementi von Jain – einen massiven Kurssturz zur Folge hatte.

Die von Jain geleiteten Fonds trugen in den vergangenen Jahren massgeblich zum positiven Geschäftsgang der Asset-Management-Einheit der Vontobel-Gruppe bei. Die Division verwaltete Ende 2015 Vermögen im Umfang von 96 Milliarden Franken, was 70 Prozent der gesamten AuM entspricht und steuerte 50 Prozent zum Vorsteuergewinn bei.

Markt ist überrascht worden

Obwohl die Möglichkeit immer bestanden habe, dass Jain die Bank verlassen und sich selbständig machen könnte, so stelle die nun erfolgte Ankündigung doch eine Überraschung dar, schreiben die Analysten von Kepler Cheuvreux. Das Management der Bank sei aber dessen bewusst gewesen und habe konsequenterweise einen glaubwürdigen Aktionsplan ergriffen.

So übernimmt Jains langjähriger Stellvertreter Matthew Benkendorf Jains Funktion. Benkendorf hat gemäss Kepler Cheuvreux einen Leistungsausweis als erfolgreicher und führender Portfolio-Manager für europäische Aktien-Strategien aufgebaut. Vor diesem Hintergrund glauben die Analysten, dass mögliche im Zusammenhang mit Jains Abgang stehende Abflüsse von Kundengelder handhabbar sein werden und entschärft werden können.

Kontinuität gewährleistet

Einer Berechnung der Experten zufolge würde sich ein Abfluss von Kundengeldern im Umfang von 10 Milliarden Franken in einem Gewinnrückgang von 10-15 Millionen Franken niederschlagen. Analyst Michael Kunz von der ZKB betont in seinem Kommentar, dass es positiv zu werten sei, dass anscheinend nur Jain Vontobel verlässt, während das gesamte Team bleibt.

«Folglich dürfte die Performance der in New York verwalteten Produkte nicht über Nacht zusammenbrechen.» Allerdings stuft der Analyst die Papiere dennoch auf Untergewichten zurück. Er begründet dies mit der negativen Kursreaktion, die zunächst zu erwarten sei. Die Papiere dürften in den kommenden Wochen wohl nicht dem breiten Markt folgen können.

(awp/sda/mbü/me)

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