Stark steigende Exporte haben einigen US-Unternehmen ein unerwartetes Problem beschert: Einen Mangel an Frachtcontainern. Ein Engpass, der die Produzenten Exportgewinne kosten kann. Dabei waren gerade sie einer der Lichtblicke in der ansonsten schlechten Wirtschaftslage. Eigentlich waren immer ausreichend grosse Transportboxen zu finden, da der Importhunger der Nation dafür sorgte, dass ständig genug in die USA einliefen und – quer über das Land verteilt – gestapelt werden konnten. Die Spediteure suchten sogar händeringend nach jedem, der Containern beladen wollte.

Doch der Trend hat sich geändert, denn der schwache Dollarkurs macht nun US-Güter für ausländische Käufer attraktiv. Die weltweite Rohstoffhausse liess ausserdem die Kosten für Schüttgutladungen steigen. Noch vor gar nicht langer Zeit exportierte die USA zum Beispiel 98% ihres Weizens, Mais und Sojabohnen als Schüttgut. Mittlerweile werden davon 7% in Container verfrachtet.

Analysten gehen nun von einer Erhöhung der Frachtkosten aus. Philip Damas, Leiter des Container Research bei Drewry Shipping Consultants in London, bezifferte die Rate für einen 40-Fuss-Container, von der US-Westküste nach China auslaufend, auf 1500 Dollar – immerhin 20% mehr als 2007.

Folgen für Produktionsabläufe

Für viele Hersteller heisst das: Auftragsverluste, verzögerte Auslieferungen, Inkaufnahme teurerer Frachtraten oder Strukturveränderungen. So musste der Rasenmäher- und Schneefräsenhersteller Ariens aus Wisconsin in den vergangenen Jahren seine Just-in-Time-Produktion perfektionieren. «Wir mussten uns erst an die längeren Bearbeitungszeiten gewöhnen und von unseren Kunden eine genauere Einschätzung ihrer Bestellungen einfordern», erklärt Firmenchef Dan Ariens. Doch auch er rechnet mit Einbussen wegen der Containerknappheit. Denn sollte ihm ein warmer Frühling in Europa einen Bestellboom an Rasenmähern bescheren, könnte er sie gar nicht so schnell liefern.

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