Der Kurs des Euro hat am Montag nachgegeben. Eine Rede der rechtsextremen französischen Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen (Front National) verstärkte Sorgen um den künftigen Zusammenhalt des Euroraums.

Am Nachmittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,0737 US-Dollar gehandelt und damit mehr als einen halben Cent tiefer als am Freitagabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0712 Dollar nach 1,0741 am Freitag fest.

Folgen für den Franken

Auch gegenüber dem Franken verlor der Euro an Boden. Ein Euro kostete am späten Montagnachmittag noch 1,0650 Franken. Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,0670 Franken fest nach 1,0695 am Freitag.

Händler begründeten den schwächeren Euro mit Aussagen der Spitzenkandidatin des Front National, Marine Le Pen. Diese hatte am Wochenende den Wahlkampf um das französische Präsidentenamt mit einer radikalen Rede gestartet und den Austritt Frankreichs aus der Eurozone gefordert.

«Keine Währungsmanipulatoren»

EZB-Präsident Mario Draghi betonte am Montag vor Parlamentsmitgliedern in Brüssel, dass der Euro irreversibel sei. Zudem wies er den Vorwurf zurück, die EZB halte den Euro künstlich schwach, um dem Euroraum Wettbewerbsvorteile im Welthandel zu sichern. «Wir sind keine Währungsmanipulatoren», sagte Draghi. Ein einflussreicher Berater von US-Präsident Donald Trump hatte kürzlich Deutschland vorgeworfen, von einem zu schwachen Euro zu profitieren. Zudem warf Trump China und Japan Währungsmanipulationen vor.

Deutlich besser als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten aus Deutschland konnten dem Euro in diesem Umfeld keinen Auftrieb geben. Im Dezember war der Auftragseingang in der deutschen Industrie unerwartet stark um 5,2 Prozent im Monatsvergleich gestiegen. Unterdessen hat die Politik des neuen US-Präsidenten Donald Trump die Anlegerstimmung im Euroraum im Februar belastet. Wie das Beratungsunternehmen Sentix mitteilte, sank das von ihm erhobene Konjunkturbarometer um 0,8 Punkte auf 17,4 Punkte.

(sda/jfr)