Der Euro hat sich am Dienstag zum US-Dollar oberhalb der Marke von 1,07 gehalten. Zum Franken verharrt die Gemeinschaftswährung dagegen unter der 1,03 Franken. Am Morgen kostete der Euro 1,0714 Dollar und 1,0264 Franken. Ein US-Dollar geht zeitgleich zu 0,9577 Franken um.

Nach Ansicht der Devisenexpertin Thu Lan Nguyen von der deutschen Commerzbank hat der Markt beim Euro/Franken-Paar Blut geleckt und will es tiefer sehen. Die Expertin spekuliert in dem Kommentar, dass der Markt versuchen könne, die SNB auszutesten, um herauszufinden, wo ihre Schmerzgrenze liege.

Weitere Zinssenkungen ohne Wirkung

«Vielleicht dämmert es ihm aber auch schon, dass die SNB keine glaubwürdigen Mittel mehr hat, um eine Aufwertung dauerhaft zu verhindern», schreibt Nguyen weiter. Weitere Zinssenkungen dürften kaum noch eine Wirkung haben. Und Interventionen in höheren Volumen würden aufgrund der Aufgabe des Mindestkurses eher Spekulationen noch weiter anfachen als die Lage entspannen. «Für Euro/Franken geht es damit vorerst weiter südwärts.»

An den Devisenmärkten dürften die Anleger am Dienstag zudem nach Deutschland blicken: Das Mannheimer Forschungsinstitut ZEW wird seine monatliche Stimmungsumfrage unter Finanzexperten veröffentlichen. Es wird damit gerechnet, dass sich die Konjunkturerwartungen zum sechsten Mal in Folge aufhellen. Das wäre ein zusätzlicher Hinweis darauf, dass es in der deutschen Wirtschaft rund läuft.

Anzeige

(awp/dbe/ama)