Die Megatrends der Zukunft bergen für die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) mehr Chancen als Risiken. Dies zeigt die diesjährige Umfrage der Credit Suisse unter knapp 1600 KMU. Deren Optimismus ist mit der Hochkonjunktur leicht gestiegen. 52% (Vorjahr: 48%) bewerten die Auswirkungen der sechs Megatrends (technologischer Fortschritt, Wissensgesellschaft, Wertewandel, Globalisierung, Demografie und Ressourcenknappheit) zusammengenommen als chancenreich.

Chance Technologie

Für knapp 25% (Vorjahr: 29%) überwiegen die Risiken. Dies ergibt per Saldo (Chancen minus Risiken) einen Überhang an optimistischen Antworten von 27% (Vorjahr: +19%). Vor allem die Globalisierung wird in der aktuellen Umfrage deutlich optimistischer eingeschätzt als letztes Jahr. 2007 wurde sie noch überwiegend als Risiko gesehen; 2008 sind nun aber die Optimisten in der Überzahl. Die Tatsache, dass viele Unternehmen angesichts des ausgetrockneten Schweizer Arbeitsmarkts Personal nur aus dem Ausland rekrutieren konnten, dürfte diesen Stimmungsaufschwung mit beeinflusst haben. Unverändert als wirtschaftlich positive Entwicklung wird der Wertewandel taxiert, und hinsichtlich des Megatrends Demografie halten sich auch in der diesjährigen Umfrage Chancen und Risiken die Waage.

Als am chancenreichsten wird der technologische Fortschritt eingeschätzt. Beinahe 80% der KMU stimmt er optimistisch. Auch in der Wissensgesellschaft – dem diesjährigen Schwerpunktthema – erkennen die KMU überwiegend Chancen. Der Überhang an zuversichtlichen KMU beträgt beinahe zwei Drittel. In der Tat spricht einiges für diesen Optimismus. In der globalen Datenflut ist nicht mehr die Information an sich der Flaschenhals, sondern ihre durch menschliche Intelligenz gefilterte und aufbereitete Form, das Wissen. Kurze Wege, eine gute Vernetzung sowie stetige Verbesserungen im Prozess der Wissensgenerierung verschaffen hier Wettbewerbsvorteile. Die Umfrage zeigt aber, dass die KMU ihre Vorteile unzureichend ausspielen. Erstens schöpfen sie das Wissen und die Ideen ihrer Mitarbeitenden noch zu wenig aus. Nur 36% ziehen die Mitarbeitenden in die Wissensentstehung ein. Zweitens haben die KMU eine zu technologische Sicht der Innovationen und unterschätzen das Potenzial von Verbesserungen in den Prozessen.

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Risiko Ressourcenknappheit

Die Mehrheit der KMU setzt auf Produktinnovationen, mehr als ein Drittel sogar ausschliesslich. Dem ist entgegenzuhalten, dass die KMU offenbar gut vernetzt sind. Laut Umfrage informieren sich zwei Drittel der KMU gegenseitig systematisch über Neuerungen. Besonders die Fachverbände sind Innovationsförderer, während die staatliche Innovationsförderung nahezu unbekannt ist.

Bezüglich der Ressourcenknappheit fallen die Umfrageergebnisse dagegen pessimistisch aus. Für eine Mehrheit der KMU überwiegen bei diesem Megatrend die Risiken. Die diesjährige Einschätzung ist noch pessimistischer als diejenige von 2007. Hauptsächlich die Rohstoffpreisentwicklung dürfte für diese Stimmungsverdüsterung verantwortlich sein. Alle Branchen sehen die Ressourcenknappheit überwiegend als Risiko, wobei der Bau und die Unternehmensdienstleistungen noch am meisten Chancen erkennen.