Die Credit Suisse (CS) erwartet in der Schweiz im kommenden Jahr weitere Fusionen und Übernahmen (M&A) sowie Börsengänge. Dass der M&A-Bereich positiv bewertet werde, sei auf den gestiegenen Risikoappetit der Marktteilnehmer zurückzuführen, sagte Marco Illy, Head Investment Banking Switzerland bei der Credit Suisse am Donnerstag an einer Veranstaltung der Bank in Zürich.

Zum gesteigerten Risikoappetit trage unter anderem das anhaltende Niedrigzinsumfeld bei, was auch im kommenden Jahr so bleiben sollte. Dies erhöhe den Druck auf die Investoren, ihre Mittel in risikoreichere Anlagen zu stecken, um Renditen zu erzielen.

Ein solches Umfeld spiele wiederum den Unternehmen zu, die sich am Markt frisches Kapital beschaffen wollten. Dabei hätten viele Unternehmen dies entweder über Hybridkapital gemacht – oder aber seien auf dem High-Yield Markt aktiv geworden.

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2015 mehr Börsengänge erwartet

IPOs gab es hierzulande im laufenden Jahr sechs. Das Volumen habe bei 1,5 Milliarden Franken gelegen. Gegenüber den vier eher mauen Vorjahren sei dies eine deutliche Belebung, erklärt Mark Hammarskjold, Head of Equity Capital Markets/Equity-Linked Schweiz. Für das kommende Jahr rechnet das Expertenteam der CS mit fünf weiteren Börsengängen. Sollten einige der Biotechunternehmen Börsenreife erlangen, könnte die Zahl aber auch steigen, ergänzte Illy.

Neben Börsengängen rechnet die CS damit, dass vor allem die grossen Konzerne verstärkt auf Abspaltungen setzen werden. Dabei kommen Demerger, so genannte Partial IPOs und Split-Offs in Frage. Für Unternehmen sei dies eine attraktive Möglichkeit, sich von weniger passenden Unternehmensbereichen zu trennen, erklärte Illy.

Übernahmen als Wachstumstreiber

Mit einer steigenden Zahl von Übernahmen erwartet die Bank auch einen erhöhten Kapitalbedarf. Hier habe ein deutlicher Wandel auf Investorenseite stattgefunden, hiess es. Seien diese vor zwei Jahren noch auf Restrukturierung und stabile Dividenden fokussiert gewesen, würden Übernahmen nun als Investitionen in weiteres Wachstum gesehen und als solche auch honoriert.

Trotz des insgesamt sehr positiven Bildes gibt es eine Einschränkung: Wie Hammerskjold hervorhebt, erwartet auch die CS, dass die US-Notenbank Fed im Sommer erstmals die Zinsen anheben wird, was für volatilere Märkte sorgen dürfte. Dies wiederum könnte den Risikoappetit der Investoren etwas zügeln.

Mehr Vorsicht in der zweiten Jahreshälfte

Während die Investmentbanker also in der ersten Jahreshälfte 2015 mit einer höheren M&A-Aktivität und höheren Transaktionsvolumina insgesamt rechnen, könnte in der zweiten Jahreshälfte wieder mehr Vorsicht in die Märkte zurückkehren.

In diesem Umfeld plant die CS ihre Marktführerschaft zu verteidigen und wenn möglich weiter auszubauen. Im laufenden Jahr ist ihr das in der Schweizer Investmentbanken-Landschaft gemäss eigenen Angaben gelungen. Genaue Zahlen möchte die Bank nicht kommunizieren. Um ihren Platz weiter zu halten, werde die Bank weiter auf Geschäftsfelder wie M&A, Debt Capital Markets und Equity Capital Markets setzen. Zudem werde sie sich auf LBOs, IPOs und High Yield Geschäfte konzentrieren, kündigte Illy an.

(awp/ise)