Nach wie vor fliesst Öl in den Golf von Mexiko. Nun hofft BP, dem Ölleck mit einer stärkeren und dichter sitzenden Absaugvorrichtung Herr zu werden. Trotz des riskanten Manövers scheinen die Aktionäre von BP neue Hoffnung zu schöpfen: Die Aktien verteuerten sich darauf teilweise über 6%. Allerdings ist der Börsenkurs von BP seit April so dramatisch eingebrochen, dass mittlerweile diverse Übernahmegerüchte kursieren.

Obama hilft der Solarbranche

Um weitere Ölkatastrophen zu verhindern, sucht die US-Regierung nach Möglichkeiten, ihr geplantes sechsmonatiges Verbot von Tiefsee-Bohrungen doch noch durchzusetzen. Durch die drohenden regulatorischen Auswirkungen auf die Ölindustrie richtet sich der Anlegerfokus wieder vermehrt auf den Sektor der erneuerbaren Energien. Dies hat auch Obamas Rede, in welcher er sich vehement für die Stärkung sauberer Energien aussprach, gezeigt: Weltweit schossen die Solartitel darauf gen Himmel. So legten etwa Solarworld oder Q-Cells innert wenigen Handelstagen bis zu einem Viertel zu.

«Die Ölkatastrophe macht deutlich, dass die Entwicklung alternativer Formen der Energiegewinnung in der mittleren Frist unabdingbar ist», sagt denn auch Ilona Monz, Portfoliomanagerin bei der Bank Vontobel. Allerdings profitiert im Moment die Branche auch von anderen Faktoren. Dazu gehört etwa der Wechselkurs Dollar/Euro. Denn das Hauptabsatzgebiet von Solaranlagen liegt zumindest derzeit im Euro-Raum. Aufgrund der frühen Förderprogramme in Deutschland ist das Land mit einem Weltmarktanteil von rund 50% der mit Abstand grösste Abnehmer von Solarmodulen. Allerdings machen nun Förderkürzungen und die starke asiatische Konkurrenz den deutschen Solarfirmen das Leben schwer. Firmen wie Solarworld oder Q-Cells mussten an der Börse seit den Höchstständen 2007 massive Abschläge hinnehmen.

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Für Zuversicht bei den Anlegern sorgte aber vor Kurzem die Entscheidung der Politik zur Kürzung der Solarsubventionen, welche viel Unsicherheit aus dem Markt nahm. Der TecDax, in welchem die grössten deutschen Technologieaktien, darunter auch neun Photovoltaiktitel vertreten sind, avancierte nach der Bekanntgabe gleich um 3%. Ebenfalls für gute Stimmung hatte eine Meldung der hessischen Firma SMA Solar geführt: Das Unternehmen rechnet wegen eines stärker als erwarteten Wachstums für 2010 mit einem deutlich höheren Umsatz.

Die Konkurrenz schläft nicht

Trotz den Aufhellungen bei deutschen Solaraktien: Die Konkurrenz ist den Pionieren dicht auf den Fersen. Diese droht nicht nur aus Asien: Grosse Wachstumschancen werden aus den USA und dem Nahen Osten erwartet. Auch der Euro-Raum holt auf. So sei Frankreich auf dem Weg, ein grosser Solarmarkt zu werden. Japan, Italien, Spanien und die Tschechische Republik haben ebenfalls attraktive Programme.

«Wir setzen auf Unternehmen, die aufgrund ihrer Grösse Skaleneffekte generieren können, technologische Führerschaft besitzen und durch ein gutes Managementteam gekennzeichnet sind», so die Vontobel-Expertin. Darunter fallen etwa die chinesische Trina Solar oder die amerikanische First Solar.