In diesen Tagen öffnet die IFA 2010 in Berlin ihre Tore. Die Veranstaltung für Unterhaltungselektronik, Informations- sowie Kommunikationstechnologie ist ein bedeutender Gradmesser dafür, welche Unternehmen sich im kommenden Weihnachtsgeschäft erfolgreich schlagen werden. Das gilt auch für Logitech, den Schweizer Hersteller von Computerzubehör, der vor wenigen Tagen die Produktpalette für die IFA präsentierte.

Unter all den Neuerungen befand sich jedoch kein Zubehör für den Tablet-PC iPad von Apple. Die neue Produktkategorie sei zwar interessant, aber man wolle erst abwarten, wie sich der Markt entwickle und wo die Bedürfnisse der Kunden liegen, so ein Sprecher.

Nichts fürs iPad, doch viel für PC

Denn trotz des Erfolgs von Apples neuestem Gadget sind klassische PC und Notebooks noch immer beliebt. Prognosen deuten auf ein jährliches Marktwachstum von mehr als 20% hin. In diesem Markt ist Logitech weiterhin sehr präsent und konnte vom starken Wachstum profitieren. Der Umsatz bei den Computermäusen nahm etwa im zurückliegenden 1. Quartal um 46% zu. Die von Logitech hergestellten Lapdesks, gepolsterte Unterlagen, um den Computer auf den Knien zu balancieren, seien bereits zum drittbeliebtesten Notebookzubehör nach Mäusen und Taschen avanciert.

Guter Ausweis lässt Kurs kalt

Auch bei den Multifunktionsfernbedienungen für Fernseher und dazugehörender Peripherie konnte Logitech zuletzt stark wachsen. Mit Einstiegsgeräten wird das Segment weiter ausgebaut, da bei Fernbedienungen im tieferen Preissegment ein bedeutendes Potenzial vorhanden sei.

Eher bedeckt hielt sich Logitech bezüglich der Zusammenarbeit mit dem Internet-Riesen Google. Für das Online-Fernsehen Google TV wird Logitech Zubehör herstellen. Der Marktstart ist für das kommende US-Weihnachtsgeschäft vorgesehen. Dennoch wurden von Logitech noch keine Geräte präsentiert. Das Produkt soll aber bereit stehen und sorgt bei Marktbeobachtern für Fantasie.Trotz guten Aussichten hat die Logitech-Aktie seit Jahresbeginn rund 15% abgegeben. Auch die vor Kurzem vorgestellten und stark ausgefallenen positiven 1.-Quartals-Zahlen haben dem Titel nur kurzfristig Leben eingehaucht. So wurde von einigen Experten jüngst angezweifelt, ob Logitech die Margen in Wachstumsmärkten wie etwa China aufrechterhalten könne. Trotz dieser Bedenken ist der Titel bei einigen Analysten beliebt. So hat die Bank Vontobel ihre «Kaufen»-Empfehlung und das Kursziel von 26 Fr. vor Kurzem bestätigt (aktueller Kurs: 15 Fr.).

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