Die Geberit-Aktien haben am Dienstag dank guter Umsatzzahlen in einem schwächeren Gesamtmarkt deutlich an Wert gewonnen. Der Konzern hat das im Branchenvergleich bereits gute Wachstum im Schlussquartal noch leicht beschleunigt und die Prognose für die operative Marge leicht angehoben.

Bis kurz nach 10 Uhr kletterten die Geberit-Aktien um 2,6 Prozent in die Höhe. Die Titel hatten zuvor seit Anfang Dezember bereits knapp 5 Prozent dazugewonnen. Der Gesamtmarkt (SPI) notierte mit 0,48 Prozent im Minus.

Starkes Eigenwachstum

Analysten zeigten sich vom organischen Umsatzwachstum um 6,4 Prozent im Schlussquartal positiv überrascht. Viele Experten hatten in Anbetracht der schwierig zu erreichenden, weil hohen Vergleichsbasis aus dem Vorjahr, mit einer Verlangsamung auf 2 Prozent gerechnet.

Geberit habe den Umsatz im vierten Quartal dank guter Wachstumstrends in vielen europäischen Märkten deutlicher als erwartet gesteigert, hiess es etwa bei der Société Générale. Trotz weniger Arbeitstagen sei Geberit in Deutschland organisch um gute 3,2 Prozent gewachsen. Dies deute darauf hin, dass das Problem der fehlenden Installateure im wichtigsten Einzelmarkt gelöst werden konnte.

Gutes Business in Skandinavien

Das organische Wachstum von Geberit sei aber auch von der starken Entwicklung mit zweistelligen Wachstumsraten in Skandinavien, Zentral-/Osteuropa, Österreich oder den Marktregionen Fernost/Pazifik und Nahost/Afrika in die Höhe getrieben worden, stellte die Bank Vontobel fest. Nur Frankreich und die Region Amerika hätten mit leichten Rückgängen enttäuscht.

Relativiert wurde das Ergebnis des vierten Quartals allerdings von Analysten der Neuen Helvetischen Bank. Diese bemerkten, dass sich das Geberit-Management seit dem dritten Quartal bemüht habe, die Erwartungen zu dämpfen. Nun seien die Umsatzzahlen aber genau dort gelandet, wo der ursprüngliche Konsens im Oktober gelegen habe.

Bessere Marge für 2017

Gut kam auch die leichte Anhebung des Ziels für die Ebitda-Marge an, auf rund 28,5 Prozent (bisher: rund 28 Prozent). Allerdings hätten sich die Marktprognosen für die operative Marge bereits im Vorfeld der Erhöhung auf 28,4 Prozent belaufen, hiess es.

Aufgrund der intakten Aussichten rechnet die Zürcher Kantonalbank (ZKB) für Geberit im Jahr 2017 von einem organischen Umsatzwachstum von 4 Prozent und einer weiteren Verbesserung der Ebitda-Marge auf 28,9 Prozent aus.

(sda/ise/chb)