BÖRSENGÄNGE. Henri B. Meier hat Zeit. Er, der ehemalige Finanzchef des Pharmakonzerns Roche, frühere Givaudan-Verwaltungsratspräsident und gewiefte Grossinvestor, weiss wohl wie kaum ein anderer die Börsenstimmung richtig einzuschätzen. Und derzeit ist ihm diese nicht «konstruktiv» genug für das bereits 2007 erwartete IPO seiner HBM Bioventures. Dies lässt jedenfalls Joachim Rudolf, Finanzchef der im Bereich Biotechnologie tätigen Beteiligungsgesellschaft, ausrichten. Wenn jedoch Meier den Daumen hebt, könnte alles sehr schnell gehen. «Die Vorarbeiten sind gemacht», sagt Rudolf. HBM-Bioventures-Investoren rechnen noch im 1. Halbjahr 2008 mit einem Börsengang.

Looser und Burkhalter am Start

Allmählich knapp wird die Zeit für Peter Steiner. Er sucht für seine Firma, die Karl Steiner Holding, eine Nachfolgeregelung. Noch wartet aber auch er zu: «Ein Börsengang ist derzeit eine von verschiedenen Varianten», sagt sein Sprecher Claude Sulser auf Anfrage. Ursprünglich hatte Steiner das im Bereich Grossbauten tätige Generalunternehmen im 2. Halbjahr des vergangenen Jahres an die SWX führen wollen. Aber auch hier wurde das IPO aufgrund der Probleme an den Finanzmärkten vertagt. Ein neuer Termin wurde nicht genannt. Fest steht: Steiner hat sein Unternehmen für den Kapitalmarkt fit gemacht – der Sprung aufs Börsenparkett könnte deshalb rasch vollzogen werden. Ebenso rasch könnte dieser Sprung auch bei der Zuger Biopharma-Firma Amvac gelingen. Dort hüllt sich CEO Melinda-Kinga Karpati aber in beredtes Schweigen. «Kein Kommentar» heisst es – in der Vergangenheit oftmals ein Zeichen, dass ein IPO in die heisse Phase geraten ist.Offen zu ihrem Fahrplan, nämlich dem Gang an die SWX im 1. Semester 2008, bekennt sich dagegen die Industriefirma Looser. «Wir arbeiten mit Hochdruck an den Bedingungen, am Zeitplan ändert sich nichts», versichert CFO Christoph Fierz. Ab Mitte 2008 zieht auch die auf Elektroinstallationen spezialisierte Burkhalter Gruppe einen IPO in Betracht. Etwas mehr Zeit lassen will sich dagegen Theodor Kocher, Geschäftsführer der Bieler Immobiliengesellschaft Espace Real Estate. Bis zur Publikation des Jahresergebnisses 2008, also erst Anfang 2009, will er die Voraussetzungen für ein Börsendebut an der SWX erfüllt sehen. Wohl ebenfalls noch zuwarten werden eine ganze Reihe anderer, seit Jahren als IPO-Kandidaten gehandelter Firmen. Es sind dies beispielsweise Jet Aviation und der Bankensoftware-Anbieter Avaloq. Und beim Stanser Flugzeugbauer Pilatus sagt dessen Verwaltungsratspräsident Oscar J. Schwenk: «Betreffend Börsengang liegt nichts Neues vor.»